
Es ist merkwürdig, dass ein mittelmäßiger Mensch oft vollkommen recht haben kann und doch nichts damit durchsetzt.
Bedeutung
Morgenstern beschreibt eine bittere soziale Realität: Recht haben ist nicht ausreichend. Wer mittelmäßig ist und Recht hat, setzt sich nicht durch – weil er kein Charisma, keine Überzeugungskraft, keine Autorität hat. Das Recht auf seiner Seite zu haben genügt nicht. Morgenstern trennt Recht haben von Durchsetzungskraft. Ein mittelmäßiger Mensch kann sachlich richtig liegen und dennoch ohne Wirkung bleiben, weil Wahrheit allein soziale Dynamik nicht garantiert. Der Bezug zu Persönlichkeit bleibt dadurch konkret, weil der Gedanke nicht allgemein belehrt, sondern eine erkennbare Situation, Spannung oder Pointe aus dem Wortlaut entfaltet.
Verwendung
Als Analyse der Lücke zwischen Haben-Recht und Durchsetzen-Können. Passend in Diskussionen über Kommunikation, Führung oder als ehrlicher Kommentar auf die soziale Dynamik des Überzeugenshabens. Geeignet ist das Zitat für Debatten, Büro, Politik, Schule oder Texte über Durchsetzung und Mittelmaß. Es passt besonders, wenn Recht haben und Gehörtwerden voneinander unterschieden werden sollen.
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Über Christian Morgenstern
Über den Autor
Schriftsteller · Deutsch · 1871 - 1914
Christian Morgenstern (1871–1914) schuf mit den „Galgenliedern" absurd-komische Gedichte, die Sprache und Logik auf einzigartige Weise spielerisch unterliefen.
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Neben seiner komischen Lyrik verfasste Morgenstern auch ernste, von Rudolf Steiners Anthroposophie beeinflusste Dichtung. Er arbeitete zudem als Übersetzer, u. a. von Ibsen und Strindberg. Morgenstern starb bereits mit 42 Jahren in Untermais, Tirol, an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung, die ihn sein ganzes Erwachsenenleben begleitete.

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