
Die meisten Menschen sprechen nicht, zitieren nur. Man könnte ruhig fast alles, was sie sagen, in Anführungszeichen setzen.
Bedeutung
Morgenstern kritisiert, dass viele Menschen weniger aus eigener Erfahrung sprechen, als fremde Meinungen, Redewendungen und gelernte Sätze wiederholen. Die Anführungszeichen stehen für geliehene Gedanken. Der Spruch fordert zu sprachlicher Eigenständigkeit auf: Wer wirklich spricht, prüft, was er sagt, und bringt eine eigene Sicht ein. Gemeint ist nicht, dass Zitate wertlos wären, sondern dass dauerndes Nachsprechen den persönlichen Ausdruck ersetzt und Gespräche leer werden lässt.
Verwendung
Geeignet für Sprachkritik, Medienbildung, Unterricht, Schreibkurse oder Diskussionen über Meinungsbildung. Der Spruch passt, wenn es darum geht, Floskeln, Parolen und ungeprüfte Aussagen zu hinterfragen und Menschen zu eigenem Denken und Sprechen zu ermutigen. Auch für einfache Rhetorikübungen gut nutzbar.
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Über Christian Morgenstern
Über den Autor
Schriftsteller · Deutsch · 1871 - 1914
Christian Morgenstern (1871–1914) schuf mit den „Galgenliedern" absurd-komische Gedichte, die Sprache und Logik auf einzigartige Weise spielerisch unterliefen.
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Neben seiner komischen Lyrik verfasste Morgenstern auch ernste, von Rudolf Steiners Anthroposophie beeinflusste Dichtung. Er arbeitete zudem als Übersetzer, u. a. von Ibsen und Strindberg. Morgenstern starb bereits mit 42 Jahren in Untermais, Tirol, an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung, die ihn sein ganzes Erwachsenenleben begleitete.

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