
Glücklich der Mensch, der seinen Nächsten trägt in seiner ganzen Gebrechlichkeit, wie er sich wünscht, von jenem getragen zu werden in seiner eigenen Schwäche.
Bedeutung
Franz von Assisi formuliert Mitmenschlichkeit als gegenseitiges Tragen. Glücklich ist, wer den Nächsten in seiner Gebrechlichkeit trägt, so wie er selbst in eigener Schwäche getragen werden möchte. Der Satz ist christlich geprägt und sehr behutsam. Er verbindet Hilfe mit Demut: Wer heute trägt, weiß, dass er morgen getragen werden muss. Mitmenschlichkeit entsteht aus der Anerkennung gemeinsamer Verletzlichkeit und Abhängigkeit. Das gibt dem Helfen eine Tiefe, die über bloße Pflicht hinausgeht.
Verwendung
Passend für Pflege, Seelsorge, Ehrenamt, Trauerbegleitung, Krankenbesuche oder christlich geprägte Karten. Besonders gut, wenn Hilfe nicht von oben herab, sondern als gegenseitige menschliche Verpflichtung verstanden werden soll. In areligiösen Kontexten sollte der franziskanische Hintergrund erwähnt werden, damit der Satz seine Tiefe behält.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.54 von 5 (13 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 4.20 von 5
Über Franz von Assisi
Über den Autor
Römisch · 1181 - 1226
Franz von Assisi (1181–1226) gründete den Franziskaner-Orden und die Klarissen und wurde bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen.
Mehr erfahren
Als Giovanni di Pietro di Bernardone in Assisi geboren, lebte Franz nach dem Vorbild Jesu Christi, was ihm rasch Gefährten zuzog und zur Gründung der Minderen Brüder führte. Der Orden breitete sich binnen weniger Jahre in ganz Europa aus – schon 1230 entstand eine Niederlassung in Riga. Das Andachtsbuch „Fioretti", ein Florilegium in 53 Kapiteln, prägte das Bild des Heiligen im 19. und 20. Jahrhundert nachhaltig.
Ähnliche Sprüche
Hilf uns, dass wir mehr danach trachten, zu verstehen, als verstanden zu werden.
— Franz von Assisi
Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du das Unmögliche!
— Franz von Assisi
Tue den Mund auf für die Stummen und führe die Sache derer, die verlassen sind...
— Franz von Assisi
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
— Platon
Die eigentliche Aufgabe eines Freundes besteht darin, dir zur Seite zu stehen, wenn du im Unrecht bist. Wenn du im Rec …
— Mark Twain
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Franz von Assisi →