Sprüche über Angst
409 Sprüche — Seite 7
Kaum ein Gefühl greift tiefer in das Leben ein als die Angst. Sie warnt, lähmt, schützt und verzerrt zugleich den Blick, weil sie nicht nur vor wirklicher Gefahr entsteht, sondern ebenso aus Vorstellung, Verlust und Unsicherheit erwachsen kann. Deshalb ist dieses Thema so elementar und so menschlich.
Wer ihr begegnet, steht oft vor der Wahl zwischen Rückzug und innerem Wachsen. Die Sprüche zu diesem Thema geben der Angst eine klare Sprache und zeigen, dass Mut nicht ihre Abwesenheit bedeutet, sondern den Weg durch sie hindurch.
Immer wenn Aristoteles eine gute Idee hatte, lies er einen Ochsen schlachten. Seitdem haben alle Ochsen Angst vor guten Ideen.
Stehenbleiben, Warten, Nichtstun ist der schlimmste von allen Entschlüssen.
— August Graf von Werder
Die sorgfältige Feigherzigkeit hält uns immer von Taten zurück, deren wir uns freuen würden, wenn nur der Augenblick der Ausübung erst vorüber wäre.
— Ludwig Tieck
Die sich lieben, die fürchten sich nicht.
— Theodor Fontane
Meine Freunde, bittet Gott um Fröhlichkeit, seid fröhlich wie die Kinder, wie die Vögel des Himmels. Die Sünde der Menschen soll euch nicht bekümmern, fürchtet euch nicht, daß sie euch an der Vollendu …
— Fjodor M. Dostojewski
Was der Mensch auch gewinnt, er muss es teuer bezahlen, wär es auch nur mit der Furcht, ob er's nicht wieder verliert.
— Christian Friedrich Hebbel
Wovor ich mich am meisten fürchte, ist die Furcht.
— Michel de Montaigne
Faulheit ist die Furcht vor bevorstehender Arbeit
— Marcus Tullius Cicero
Was uns gewöhnlich hindert, unsere Freunde auf den Grund unseres Herzens blicken zu lassen, ist nicht so sehr Misstrauen gegen sie als gegen uns.
— François de la Rochefoucauld
Was für ein Los wir fürchten müssen, sagt uns das eigene Gewissen
— Karl Wilhelm Ramler
Es fliehen nicht alle, die den Rücken kehren.
— Christoph Lehmann
Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.
— Marie Curie
Wer von den ungewissen Ereignissen der Zukunft nichts erhofft und nichts befürchtet, ist wahrhaft klug.
— Anatole France
Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.
— Prentice Mulford
Tapferkeit ist die Fähigkeit, von der eigenen Furcht keine Notiz zu nehmen.
— George Smith Patton
Jede Furcht rührt daher, dass wir etwas lieben.
— Thomas von Aquin
Macht korrumpiert nicht. Furcht korrumpiert, vielleicht die Furcht vor dem Machtverlust.
— John Steinbeck
Eine verliebte Frau fürchtet nicht die Hölle, und das Paradies erscheint ihr keineswegs wünschenswert
— Anatole France
Zaghaftigkeit in der Ausführung macht tollkühne Unternehmungen zunichte.
— Marquis de Vauvenargues
Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung
— Gerard de Nerval