Sprüche über Angst
409 Sprüche — Seite 6
Kaum ein Gefühl greift tiefer in das Leben ein als die Angst. Sie warnt, lähmt, schützt und verzerrt zugleich den Blick, weil sie nicht nur vor wirklicher Gefahr entsteht, sondern ebenso aus Vorstellung, Verlust und Unsicherheit erwachsen kann. Deshalb ist dieses Thema so elementar und so menschlich.
Wer ihr begegnet, steht oft vor der Wahl zwischen Rückzug und innerem Wachsen. Die Sprüche zu diesem Thema geben der Angst eine klare Sprache und zeigen, dass Mut nicht ihre Abwesenheit bedeutet, sondern den Weg durch sie hindurch.
Denn wer begehrt, der fürchtet auch. Und wer in Furcht lebt, ist für mich nicht frei.
— Horaz
Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.
— Friedrich von Schiller
Die Ursache, die den Aberglauben hervorbringt, erhält und ernährt, ist die Furcht.
— Baruch de Spinoza
Die Schrift hat Stellen genug, um alle Stände zu trösten und alle Stände zu erschrecken.
— Blaise Pascal
Tapferkeit heißt, der einzige zu sein der weiß, dass man Angst hat.
— Franklin P. Jones
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren
— Bertolt Brecht
Wir sollten weder im Zorn zurückschauen, noch furchtsam nach vorn, sondern mit offenen Augen umherblicken.
— James Thurber
Stehenbleiben, Warten, Nichtstun ist der schlimmste von allen Entschlüssen.
— August Graf von Werder
Immer wenn Aristoteles eine gute Idee hatte, lies er einen Ochsen schlachten. Seitdem haben alle Ochsen Angst vor guten Ideen.
Die Kunst des Bergsteigens ist es, die Grenzen zwischen Feigheit und Wahnsinn zu erkennen. Mit anderen Worten - den grösstmöglichen Schwierigkeiten mit grösstmöglicher Vorsicht zu begegnen.
— Reinhold Messner
Viele wären Feiglinge, wenn sie ausreichend Mut hätten.
— Thomas Fuller
Unglaublich dummes Zeug spricht dieser und jener, aus Furcht, ungebildet zu erscheinen!
— Otto Weiss
Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn heilen will.
— François de la Rochefoucauld
Angst erfasst des Diebes Gemüt, wenn er die Leute flüstern sieht.
— Bernhard Freidank
Ein Mensch, der Angst hat, wird zum reißenden Tier.
— John Steinbeck
Die Furcht schützt die Tempel besser als alle Mauern.
— Gustave Flaubert
Ich fürchte den Tod nicht; was ich in Gottes Auge gelte, weiß ich; ich bin ein armer Sünder, nur das Verdienst meines Erlösers wird mir die ewige Seligkeit erwerben.
— Heinrich Friedrich Karl vom Stein
Die Gefolterten sagen zu allem ja und weil sie dann nicht zu widerrufen wagen, müssen sie alles mit dem Tode besiegeln.
— Friedrich Spee von Langenfeld
Versuche nie vor etwas die Flucht zu ergreifen. Ein Mensch, der die Flucht ergreift, ist ein Drückeberger. Und ein Drückeberger kommt nie von etwas los.
— John Steinbeck
Die Angst vor einer Gefahr kann manchmal die größte der Gefahren sein.
— Niccolò Tommaseo