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Sprüche über Angst

409 Sprüche — Seite 6

Kaum ein Gefühl greift tiefer in das Leben ein als die Angst. Sie warnt, lähmt, schützt und verzerrt zugleich den Blick, weil sie nicht nur vor wirklicher Gefahr entsteht, sondern ebenso aus Vorstellung, Verlust und Unsicherheit erwachsen kann. Deshalb ist dieses Thema so elementar und so menschlich.

Wer ihr begegnet, steht oft vor der Wahl zwischen Rückzug und innerem Wachsen. Die Sprüche zu diesem Thema geben der Angst eine klare Sprache und zeigen, dass Mut nicht ihre Abwesenheit bedeutet, sondern den Weg durch sie hindurch.

  1. Denn wer begehrt, der fürchtet auch. Und wer in Furcht lebt, ist für mich nicht frei.

    Horaz

  2. Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.

    Friedrich von Schiller

  3. Die Ursache, die den Aberglauben hervorbringt, erhält und ernährt, ist die Furcht.

    Baruch de Spinoza

  4. Die Schrift hat Stellen genug, um alle Stände zu trösten und alle Stände zu erschrecken.

    Blaise Pascal

  5. Tapferkeit heißt, der einzige zu sein der weiß, dass man Angst hat.

    Franklin P. Jones

  6. Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren

    Bertolt Brecht

  7. Wir sollten weder im Zorn zurückschauen, noch furchtsam nach vorn, sondern mit offenen Augen umherblicken.

    James Thurber

  8. Stehenbleiben, Warten, Nichtstun ist der schlimmste von allen Entschlüssen.

    August Graf von Werder

  9. Immer wenn Aristoteles eine gute Idee hatte, lies er einen Ochsen schlachten. Seitdem haben alle Ochsen Angst vor guten Ideen.

  10. Die Kunst des Bergsteigens ist es, die Grenzen zwischen Feigheit und Wahnsinn zu erkennen. Mit anderen Worten - den grösstmöglichen Schwierigkeiten mit grösstmöglicher Vorsicht zu begegnen.

    Reinhold Messner

  11. Viele wären Feiglinge, wenn sie ausreichend Mut hätten.

    Thomas Fuller

  12. Unglaublich dummes Zeug spricht dieser und jener, aus Furcht, ungebildet zu erscheinen!

    Otto Weiss

  13. Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn heilen will.

    François de la Rochefoucauld

  14. Angst erfasst des Diebes Gemüt, wenn er die Leute flüstern sieht.

    Bernhard Freidank

  15. Ein Mensch, der Angst hat, wird zum reißenden Tier.

    John Steinbeck

  16. Die Furcht schützt die Tempel besser als alle Mauern.

    Gustave Flaubert

  17. Ich fürchte den Tod nicht; was ich in Gottes Auge gelte, weiß ich; ich bin ein armer Sünder, nur das Verdienst meines Erlösers wird mir die ewige Seligkeit erwerben.

    Heinrich Friedrich Karl vom Stein

  18. Die Gefolterten sagen zu allem ja und weil sie dann nicht zu widerrufen wagen, müssen sie alles mit dem Tode besiegeln.

    Friedrich Spee von Langenfeld

  19. Versuche nie vor etwas die Flucht zu ergreifen. Ein Mensch, der die Flucht ergreift, ist ein Drückeberger. Und ein Drückeberger kommt nie von etwas los.

    John Steinbeck

  20. Die Angst vor einer Gefahr kann manchmal die größte der Gefahren sein.

    Niccolò Tommaseo