Sprüche über Anstand
243 Sprüche — Seite 11
Feine Formen des Umgangs mögen unscheinbar wirken, doch im Anstand zeigt sich oft, wie ein Mensch andere wirklich betrachtet. Er verbindet Takt, Rücksicht und Würde zu einer Haltung, die nicht aus Zwang, sondern aus innerer Form entsteht. Deshalb bleibt dieses Thema weit bedeutender, als bloße Etikette vermuten lässt.
In kleinen Gesten wird sichtbar, ob Respekt nur behauptet oder tatsächlich gelebt wird. Anstand schützt vor Grobheit, hält Beziehungen tragfähig und verleiht dem Alltag jene Form, in der Achtung selbstverständlich werden kann.
Geld, Gewalt und Herrengunst zerbricht Ehre, Recht und alle Kunst.
— Georg Rollenhagen
Für die Völker wie für den Einzelnen gibt es Umstände, wo die Stimme der Ehre diejenige der Klugheit übertönen muss.
— Camillo Benso Graf von Cavour
Fast jede Frau ist schön, wenn sie Charme hat. Fast jede Frau hat Charme, wenn sie Scham hat.
— Anton Graff
Reines Herz und reiner Mut sind in jedem Kleide gut
— Bernhard Freidank
Was ist Höflichkeit? Ein stillschweigendes Übereinkommen zweier Menschen, demzufolge jeder seine Eitelkeit zugunsten derer des anderen verschleiert.
— Alphonse Karr
Nur zwei Dinge lassen sich nicht durch Mühe und Studium ersetzen: im Leben das feine moralische Gefühl und in der Kunst der Geschmack.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Sei Mensch und ehre Menschenwürde
— Robert Bosch
Man hat immer zwei Gründe etwas zu tun: Einen anständigen und den wahren
— John Pierpont Morgan
Ein wahrer Gentleman ist ein Mann, der die Gedanken einer Frau errät und Sie trotzdem nicht nach Hause begleitet
— John Barrymore
Jeder Mensch sollte die Welt mit seinem Leben ein ganz klein wenig besser machen.
— Frances Hodgson Burnett
Moral ist Maß – wo sie fehlt, da erschöpfen sich alle Kräfte in Maßlosigkeit, denn das Maß ist das Erhaltende in der Natur wie im Leben.
— Wilhelmine von Hillern
Es kommt nicht darauf an, wen man liebt – sondern wie man liebt! Eine edle Natur wird immer edel in der Liebe sein, eine gemeine immer gemein.
— Wilhelmine von Hillern
Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf, dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muss ihrer Natur nach in sich selbst bestehen
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Durch Gewalt läßt sich niemand für die Tugend begeistern.
— Rahel Varnhagen von Ense
Das Herumdoktern an sich hat keinen Zweck. Man gehe gerade und einfach seinen Weg. Ich halte mich für gut von Natur, und sollte ich dann und wann etwas Schlechtes tun, so ist das auch natürlich.
— Paula Modersohn-Becker
Kein Bösewicht kann glücklich sein, am wenigsten ein Verführer
— Juvenal
Rechtschaffenheit wird (von allen) gelobt und stirbt doch vor Kälte
— Juvenal
Adel liegt einzig und allein in der Tugend.
— Juvenal
Dankbarkeit ist die zarte Pflanze, Dank ihre edle Frucht.
— Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau
Es gibt viele Leute in der Welt, aber wenig Menschen.
— August Pauly