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Sprüche über Anstand

243 Sprüche — Seite 5

Feine Formen des Umgangs mögen unscheinbar wirken, doch im Anstand zeigt sich oft, wie ein Mensch andere wirklich betrachtet. Er verbindet Takt, Rücksicht und Würde zu einer Haltung, die nicht aus Zwang, sondern aus innerer Form entsteht. Deshalb bleibt dieses Thema weit bedeutender, als bloße Etikette vermuten lässt.

In kleinen Gesten wird sichtbar, ob Respekt nur behauptet oder tatsächlich gelebt wird. Anstand schützt vor Grobheit, hält Beziehungen tragfähig und verleiht dem Alltag jene Form, in der Achtung selbstverständlich werden kann.

  1. Einen Vertrag abschließen ohne Hintergedanken, ihn aufs pünktlichste erfüllen, ist eine Tat von höchster geschäftlicher Klugheit

    Robert Bosch

  2. Je vornehmer einer ist, desto höflicher behandelt er den Niedrigen.

    Ludwig Börne

  3. Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen Fehler, denn du kannst dich nicht gegen sie verteidigen, nicht einmal durch Grobheit.

    Anselm Feuerbach

  4. Was das Gesetz nicht verbietet, das verbietet der Anstand.

    Seneca

  5. Ein großer Mann zeigt seine Größe durch die Art, wie er kleine Leute behandelt

    Thomas Carlyle

  6. Von allen Werken der Literatur Schönheit oder ein moralisches Ziel zu verlangen, wäre dasselbe, wie von jedem Staatsbürger makellosen Lebenswandel und Bildung zu verlangen.

    Alexander Puschkin

  7. Den besten Rat bekommt man nicht selten von den schlechtesten Menschen, weil sie von ihren eigenen Absichten ausgehen.

    Philip James Bailey

  8. An Sittensprüchen hat der Arge sein Vergnügen, nicht um danach zu tun, doch um damit zu trügen.

    Friedrich Rückert

  9. Menschen, die der Versuchung widerstehen, verschieben nur ihre Kapitulation auf morgen.

    Charles de Talleyrand

  10. Wer mich ins Gesicht beschimpft, kann doch ein ehrbarer Mann und mein Freund sein.

  11. Achtbare Menschen entschuldigen die Tatsache, dass sie ihr Wort gebrochen haben, nicht damit, dass sie auf ihre Nachbarn weisen, die dasselbe getan haben.

    Sir Arthur Conan Doyle

  12. Eine verheiratete Frau darf nicht den Reis von zwei Männern essen.

  13. Auf Rechtschaffenheit versteht der Edle sich, auf Gewinn der Niedriggesinnte.

    Konfuzius

  14. Man ist nur schön, wenn man auch zugleich menschlich ist.

    Jean Anouilh

  15. Alle Untugenden, die gerade modern sind, gelten als Tugenden.

    Jean-Baptiste Molière

  16. Gerade Leute ohne Takt wollen ihn oft angeben.

    Peter Sirius

  17. Sagt eine Dame 'Nein', so bedeutet das 'Vielleicht'; sagt sie 'Vielleicht', dann denkt sie dabei 'Ja', sagt sie 'Ja' - ist sie keine Dame

    Charles de Talleyrand

  18. Männer fürchten, dass ihnen die Feder, Frauen, dass ihnen die Moral entgleitet

  19. Das Wesen der Unmoral ist die Neigung des Menschen, für die eigene Person Ausnahmen zu machen.

    Jane Laura Addams

  20. Menschen in Massen verlieren ihren Sinn für Anstand.

    John Galsworthy