243 Sprüche — Seite 8
Feine Formen des Umgangs mögen unscheinbar wirken, doch im Anstand zeigt sich oft, wie ein Mensch andere wirklich betrachtet. Er verbindet Takt, Rücksicht und Würde zu einer Haltung, die nicht aus Zwang, sondern aus innerer Form entsteht. Deshalb bleibt dieses Thema weit bedeutender, als bloße Etikette vermuten lässt.
In kleinen Gesten wird sichtbar, ob Respekt nur behauptet oder tatsächlich gelebt wird. Anstand schützt vor Grobheit, hält Beziehungen tragfähig und verleiht dem Alltag jene Form, in der Achtung selbstverständlich werden kann.
Die Wahrheit ist die Grammatik des Lebens und die Ehre ein Examen mit Nr. 1.
— Bogumil Goltz
Der erste Schritt zum Laster ist der letzte auf der Bahn der Tugend und der wahren Glückseligkeit.
— Joachim Heinrich Campe
Wenn Du Deinen Kindern viel Reichtum hinterlassen willst, dann gib sie in Gottes Fürsorge und hinterlass ihnen nicht Reichtümer, sondern Tugenden und Qualifikationen.
— Johannes Chrysostomos
Zusammenfassung des Benehmens: die eigene Würde zu bewahren, ohne die Freiheit anderer zu stören
— Francis Bacon
Höflichkeit ist Klugheit, folglich ist Unhöflichkeit Dummheit
— Arthur Schopenhauer
Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug ist, ist auch nicht menschlich genug.
— Joseph Joubert
Eines schickt sich nicht für alle. Sehe jeder, wie er's treibe! Sehe jeder, wo er bleibe, und wer steht, dass er nicht falle!
Früher wurden die Mädchen noch rot, wenn sie sich schämten; heute schämen sie sich, wenn sie rot werden!
Die Bosheit war sein Hauptpläsier, drum - spricht die Tante - hängt er hier!!
— Wilhelm Busch
Man sollte es nicht für möglich halten, aber auch die Tugenden müssen ihre Grenzen haben
— Immanuel Kant
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
— Kurt Tucholsky
Es gibt kein Land, wo das Gesetz alles voraussehen kann und die ständigen Einrichtungen der Vernunft und Sitte zu ersetzen in der Lage sind.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Nicht die Sittlichkeit regiert die Welt, sondern eine verhärtete Form derselben: Die Sitte.
— Berthold Auerbach
Es gibt eine natürliche Aristokratie unter den Menschen. Sie beruht auf Tugend und Talent.
— Thomas Jefferson
Ein schlechter Mensch ist nicht immer an seinen Sitten zu erkennen.
Jeder Luxus verdirbt die Sitten oder den Geschmack
— Joseph Joubert
Warum hat Gott den Menschen das Gefühl der Schamhaftigkeit eingeflößt? Damit der Schneider leben kann.
— Georg Büchner
Die feine Lebensart schließt nicht immer Güte, Billigkeit, Gefälligkeit, Dankbarkeit in sich. Aber sie verleiht wenigstens den Anschein davon und stellt den Menschen äußerlich dar, wie er innerlich se …
— Jean de la Bruyère
Überdies wird man dadurch nicht besser, dass man seine Fehler verbirgt, vielmehr gewinnt unser moralischer Wert durch die Aufrichtigkeit, mit der wir sie gestehen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein Mann wird in hundert Jahren nicht vollkommen, aber verdorben wird er in weniger als einem Tag.