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Sprüche über Chance

775 Sprüche — Seite 32

Im Wort Chance steckt etwas, das Gelegenheit allein nicht sagt: die Möglichkeit eines anderen Weges, eines Neubeginns, einer Wende zum Besseren. Sie erscheint nicht immer dort, wo erwartet, und sie tröstet nicht, wenn sie ungenutzt bleibt – aber sie öffnet, wenn sie ergriffen wird, Räume, die vorher nicht denkbar schienen.

Ihre stärkste Form liegt oft nicht im großen Umbruch, sondern in jenem einen Moment, in dem ein Mensch erkennt: Jetzt. Die Sprüche zu diesem Thema handeln von Mut, Wandel und jener inneren Bereitschaft, die nötig ist, damit aus einer bloßen Möglichkeit tatsächlich ein neuer Anfang werden kann.

  1. Ich habe immer gefunden, dass die Türen, durch welche ich gehen sollte, sich mir von selbst öffnen. Gewaltsam durchdringen ist mir nie gut bekommen.

    Robert Bunsen

  2. Das Große geschieht so schlicht wie das Rieseln des Wassers, das Fließen der Luft, das Wachsen des Getreides ....

    Adalbert Stifter

  3. Überall ist Platz für einen guten Satz. Drum schreib ich hier hin, wie gut ich dir bin.

  4. Warte mit dem Lächeln nicht, bis du glücklich bist, denn es könnte ja passieren, dass du dann gestorben bist.

  5. Die Freude fällt uns in die Hände, die bloße Kunst nur, sich zu freu'n, die will geübt, errungen sein.

    Christoph A. Tiedge

  6. Wenn dich die bösen Buben locken, dann folge ihnen nicht. Bleib hocken!

  7. Glück ist Talent für das Schicksal.

    Novalis

  8. Der Jugend Fleiss, des Alters Ehr'

  9. Affen fängt man mit großen Bundschuhen.

  10. Wem das Ferkel geboten wird, soll den Sack bereit haben.

  11. Fliegende Krähe findet allzeit etwas.

  12. Besser ein Vogel in der Hand als zehn am Strand.

  13. Ein Vogel in der Schüssel ist besser als zehn in der Luft.

  14. Über Vergangenes mache dir keine Sorge, dem Kommenden wende dich zu.

  15. Was man liebt, findet man überall, und sieht überall Ähnlichkeiten.

    Novalis

  16. Siehe zunächst in jedwedem das Gute. So wirst du belohnt, wie die Biene, die ihre Wabe aus dem Süßesten baut.

    Johann Christoph Friedrich Haug

  17. Es muss ein Loch geben, bevor der Wind durchpfeifen kann.

  18. Wenn die Theorie auf die Erfahrung warten sollte, käme sie nie zustande.

    Novalis

  19. Die Welt ist wie ein Meer; ein jeder geht und fischt, nur dass den Walfisch der, den Stockfisch er erwischt.

    Friedrich von Logau

  20. Der Weltmann steigt empor, und der Pedant bleibt sitzen: Die Sitten können mehr als die Gelehrtheit nützen.

    Magnus Gottfried Lichtwer