Sprüche über Einsamkeit
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Wenn Nähe fehlt und das eigene Innere keinen Widerhall mehr findet, wird Einsamkeit zu einer besonders stillen Form des Schmerzes. Sie betrifft nicht nur das Alleinsein, sondern das Gefühl, mit dem Wesentlichen unerreicht zu bleiben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefen Erfahrungen menschlicher Verletzlichkeit.
Mitunter birgt sie auch einen Raum der Sammlung, sofern sie gewählt und nicht erlitten wird. Einsamkeit zeigt, wie sehr der Mensch auf Beziehung angewiesen bleibt und wie fein der Unterschied zwischen innerer Freiheit und Verlassenheit sein kann.
Ein Hagestolz ist viel allein, er wird im Alter einsam sein. Doch lieber sollst du ledig leben als deiner Frau die Hosen geben.
Gott schuf das Böse, damit die Hölle nicht leer steht.
Wie soll man in der Abgeschiedenheit seine Fehler kennenlernen?
— Basilius von Caesarea
Es trocknen in der Einsamkeit die Säfte des Gemütes, es stockt der Gedankenlauf, ich muß hinaus in mancherlei Gemeinschaft mit andern Geistern.
— Friedrich Schleiermacher
Wer ganz mit seinem Schmerz allein, der lernt den Schmerz genießen.
— August von Platen
Aus des Schnees Einsamkeit steigt's wie wunderbares Singen - oh du gnadenreiche Zeit!
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Einsame alte Damen beanspruchen allein stehende Töchter, als seien sie deren einziger Lebensinhalt.
— Else Pannek
Küh und Schafe gehen miteinander, aber der Adler steigt allein.
Wo Eulen und Kauze einander gute Nacht sagen.
Geistreiche Menschen wären oft einsam ohne die Flachköpfe, die stolz auf sie sind
— Marquis de Vauvenargues
Wer ein volles Gefäß trägt, muss das Gedränge vermeiden, und wessen Seele am Überlaufen ist, einsame Wege gehn.
— Emil Gött
Alles Große und Wertvolle ist mit Einsamkeit verknüpft.
— John Steinbeck
Der Weg des Menschen zu Gott heisst in seiner steilsten Strecke - Einsamkeit
— Carl Hilty
Vor dem Sterben ist es gut, wenn der Mensch alleine ist.
— Reinhold Messner
Wer genau wissen will, was er wert ist, braucht nur zu beobachten, was er tut und denkt, wenn er allein ist.
— Franz Edler von Pernwald Schönthan
Wer Gefühle zeigt, lebt aus sich heraus — intensiv und doch geschützt. Wer seine Gefühle nicht verdeutlichen kann, lebt in sich hinein, vor sich hin — wehrlos.
— Else Pannek
Der erst ist ganz unglücklich, der die kahlen Wände seines Herzens nicht einmal mit den Bildern der Erinnerung schmücken kann.
— Johann Nepomuk Nestroy
Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund
— Immanuel Kant
Einsamkeit hat den großen Vorteil, dass man die Flucht vor sich selber einstellt.
— Marcel Proust
Wer die Jugend schilt und Jugend scheucht, einsam durch mürr'sches Alter kreucht.
— Carl Leberecht Immermann