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Sprüche über Einsamkeit

220 Sprüche — Seite 11

Wenn Nähe fehlt und das eigene Innere keinen Widerhall mehr findet, wird Einsamkeit zu einer besonders stillen Form des Schmerzes. Sie betrifft nicht nur das Alleinsein, sondern das Gefühl, mit dem Wesentlichen unerreicht zu bleiben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefen Erfahrungen menschlicher Verletzlichkeit.

Mitunter birgt sie auch einen Raum der Sammlung, sofern sie gewählt und nicht erlitten wird. Einsamkeit zeigt, wie sehr der Mensch auf Beziehung angewiesen bleibt und wie fein der Unterschied zwischen innerer Freiheit und Verlassenheit sein kann.

  1. Im Alter ist Unabhängigkeit eine Form der Sklaverei.

    Giacomo Casanova

  2. Sich abschließen heißt sich einmauern, und sich einmauern ist Tod.

    Theodor Fontane

  3. In der Einsamkeit müssen wir unsere Gedanken überwachen, in der Familie unsere Launen und in Gesellschaft unsere Zungen.

    Hannah More

  4. Der Mann, den seine Freunde, seine Künste und Wissenschaften verlassen haben, findet noch ein Asyl in seiner Familie und eine Freundin in seiner Frau.

    Bogumil Goltz

  5. Tausend Meilen vom nächsten Land entfernt beginnt die Stille.

    Joseph Conrad

  6. Im Augenblick, wo der echte Künstler schafft, hat er weder Weib noch Kind und am allerwenigsten Freunde.

    Wilhelm Raabe

  7. Einsamkeit heißt Wirksamkeit für den, der Erinnerung und Ziel besitzt.

    Theodor Toeche-Mittler

  8. Man erfährt den Herrn in besonderer Weise, wenn man viel allein ist.

    James Hudson Taylor

  9. Einsamkeit ist weiter nichts als eine Verdauung des Gefühls oder ein Schlaf des Lebens. Nun ist es gewiss schändlich, immer der Verdauung zu obliegen oder zu schlafen.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  10. Wir können nicht leben ohne Menschen und leben nie mehr, als wenn kein Mensch um uns ist.

    August Pauly

  11. Äusserlicher Adel braucht Gesellschaft, um etwas vorzustellen, innerer braucht Einsamkeit.

    August Pauly

  12. Es ist dem Verstand selber nicht wohl, wenn er ganz allein zurückgeblieben ist in der Seele eines Menschen und alles fortgegangen ist, was warm war.

    August Pauly

  13. Gute Gedanken sind gleich wie Wichtelmännchen. Sie kommen erst aus ihren Ecken hervor, wenn niemand da ist.

    August Pauly

  14. Das Glück hat ein großes Gefolge, das Unglück kaum einen Gefährten.

    Theresa Keiter

  15. Wenn Dich die üblen Launen plagen, so schließ' Dich ein. Dort magst du sie für Dich ertragen, uns macht es Pein.

    Heinrich Martin

  16. Blicke demjenigen scharf in die Augen, der allein geht und dem Bettler eine Gabe reicht. Da siehst du den inneren Menschen.

    Heinrich Martin

  17. Jubelt, und die Männer werden euch nachlaufen; trauert, und sie werden sich umdrehen und gehen. Nur an euren Freuden möchten sie uneingeschränkt teilhaben.

    Ella Wheeler Wilcox

  18. Gäbe man einem Menschen alle Herrlichkeit der Welt, was hilft's, wenn er keinen Freund hat, dem er es sagen kann?

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  19. Erfindungsgeist, Tatkraft, Fleiß und Geduld gestalten das Los des Einsamen erträglich.

    Daniel Defoe

  20. In der Kunst ist es anders als beim Fußballspiel. In Abseitsstellung erzielt man die meisten Treffer.

    Edgar Degas