Sprüche über Einsamkeit
220 Sprüche — Seite 7
Wenn Nähe fehlt und das eigene Innere keinen Widerhall mehr findet, wird Einsamkeit zu einer besonders stillen Form des Schmerzes. Sie betrifft nicht nur das Alleinsein, sondern das Gefühl, mit dem Wesentlichen unerreicht zu bleiben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefen Erfahrungen menschlicher Verletzlichkeit.
Mitunter birgt sie auch einen Raum der Sammlung, sofern sie gewählt und nicht erlitten wird. Einsamkeit zeigt, wie sehr der Mensch auf Beziehung angewiesen bleibt und wie fein der Unterschied zwischen innerer Freiheit und Verlassenheit sein kann.
Manche Männer sind, wenn sie ohne Frauen bleiben, ruhmlos wie ein Tag, der keine Sonne hatte.
— Hildegard von Bingen
Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.
— Wilhelm Busch
Nur der Schmerz trennt und vereinzelt, in der Freude verlieren sich alle Grenzen.
— Friedrich von Schlegel
Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit.
— Antoine de Saint-Exupéry
Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund der Einsamkeit.
— Antoine de Saint-Exupéry
Wer nach den Sternen reisen will, der sehe sich nicht nach Gesellschaft um.
— Christian Friedrich Hebbel
Die zur Wahrheit wandern, wandern allein.
— Christian Morgenstern
Es ist immer so: je mehr es um den Menschen tobt und wirbelt, desto stiller wird es in ihm selbst.
— Paul Keller
Man ist was man isst, wer zum Beispiel Knoblauch isst neigt dazu, ein Eremit zu sein
— Franklin P. Jones
Einsamkeit ist die Zufluchtsstätte der Geistreichen und die Folterkammer der Geistesarmen.
Wer eine unglückliche Liebe in Alkohol ertränken möchte, handelt töricht. Denn Alkohol konserviert.
— Max Dauthendey
Die Welt ist so leer, wenn man nur Berge, Flüsse und Städte darin denkt, aber hie und da jemand zu wissen, der mir uns übereinstimmt, mit dem wir auch stillschweigend fortleben, das macht uns dies …
— Johann Wolfgang von Goethe
Ich habe noch nie gelesen, dass einer verlassen worden sei, welcher gern Werke der Nächstenliebe ausgeübt hat
— Hieronymus
Gesellschaft braucht der Tor, und Einsamkeit der Weise.
— Friedrich Rückert
Jugend geht in einer Herde, Mannesalter in Paaren und das Alter allein.
Im übrigen aber ist es zuletzt die größte Kunst, sich zu beschränken und zu isolieren.
— Johann Peter Eckermann
Die Einsamkeit ist der vertraute Umgang mit sich selbst.
— Robert Schumann
Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise. Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise.
— Friedrich Rückert
Glücklich, wem die Tage fließen, wechselnd zwischen Freud und Leid, zwischen Schaffen und Genießen, zwischen Welt und Einsamkeit.
— Franz Emanuel August Geibel
Es ist das große Traurige, daß eine Seele stets allein ist.
— Jens Peter Jacobsen