253 Sprüche — Seite 2
Wahrer Genuss beginnt dort, wo der Augenblick nicht hastig verbraucht, sondern wirklich wahrgenommen wird. Er verbindet Sinne, Gegenwart und Dankbarkeit und macht aus etwas Gewöhnlichem oft eine Erfahrung von besonderer Dichte. Deshalb gehört dieses Thema zu den feinen Formen gelebter Lebenskunst.
Seine Würde liegt nicht im Übermaß, sondern im bewussten Erleben. Genuss setzt Offenheit voraus und zeigt, dass Reichtum oft weniger mit Besitz als mit der Fähigkeit zu tun hat, Schönes und Gutes wirklich aufnehmen zu können.
Laß uns das Leben genießen, solange wir es nicht begreifen
— Kurt Tucholsky
Wer den Baum gepflanzt hat, geniesst selten seine Frucht.
Man muss den Brei nicht weiter treten, als er von selbst fließt.
Bitterer Tee, mit Wohlwollen dargeboten, schmeckt süßer als Tee, den man mit saurer Miene reicht
Man soll ihm den Brotkorb höher hängen.
Es braucht zu allem ein Entschließen, selbst zum Genießen.
— Eduard von Bauernfeld
Die Anziehung der klugen Frau bedingt den klugen Mann, der diese Klugheit zu schätzen und zu genießen weiß.
— Christa Schyboll
Man muss sich mit Brot behelfen, bis man Fleisch bekommt.
Wer dankbar jeden Sonnenstrahl genießt, wird auch mit dem Schatten zu leben wissen.
Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.
— Winston Churchill
Der Weise aber entscheidet sich bei der Wahl der Speisen nicht für die größere Masse, sondern für den Wohlgeschmack.
— Epikur
Ohne Herz sieht man und erkennt doch nichts, hört man und versteht doch nichts, ißt man und schmeckt doch nichts.
Es gibt keinen größeren Genuss auf Erden als den Schlaf, wenn man schlafen will.
— Anton Tschechow
Bei gutem Essen möchte man am liebsten platzen, bei schlechtem Essen am liebsten hungern.
Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
— Mahatma Gandhi
Ein Bilderbuch ist diese Welt, das manchem herzlich wohl gefällt, der blätternd Bild um Bild genießt, vom Text nicht eine Zeile liest.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Kennst du den Unterschied zwischen Schaffenden und Genießenden? Genießende glauben, dem Baum liege es an der Frucht; die Schaffenden wissen, dass es ihm am Samen lag.
— Friedrich Nietzsche
Die Völker und die einzelnen Menschen sind nur am besten, wenn sie am frohesten sind: und verdienen den Himmel, wenn sie ihn genießen.
— Christian Friedrich Wilhelm Jacobs
Es gibt Leute, die so sehr Feind ihrer selbst sind, dass sie lieber ein Unglück haben, das sie haben kommen sehen: weil sie es vorausgesehen haben, als den Genuss eines Glücks, auf das sie nicht gef …
— Charles Joseph Fürst von Ligne
Es gibt eigentlich gar keinen Genuss anders als im Gebrauch und Gefühl der eigenen Kräfte, und der größte Schmerz ist wahrgenommener Mangel an Kräften, wo man ihrer bedarf.
— Arthur Schopenhauer