253 Sprüche — Seite 4
Wahrer Genuss beginnt dort, wo der Augenblick nicht hastig verbraucht, sondern wirklich wahrgenommen wird. Er verbindet Sinne, Gegenwart und Dankbarkeit und macht aus etwas Gewöhnlichem oft eine Erfahrung von besonderer Dichte. Deshalb gehört dieses Thema zu den feinen Formen gelebter Lebenskunst.
Seine Würde liegt nicht im Übermaß, sondern im bewussten Erleben. Genuss setzt Offenheit voraus und zeigt, dass Reichtum oft weniger mit Besitz als mit der Fähigkeit zu tun hat, Schönes und Gutes wirklich aufnehmen zu können.
Es bleibt der letzte und allgemeine Maßstab für den Wert eines Menschen, ob er auch der Andacht fähig, ob er seine Gedanken vom Staub des Alltags losmachen und eine Feierstille in sich erzeugen und wü …
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Von Worten wird der Bauch nicht voll.
Gesund ist man erst, wenn man wieder alles tun kann, was einem schadet.
— Karl Kraus
Der Geizige hat keinen, der Verschwender einen unnützen Genuß von dem Seinen.
— Johann Peter Hebel
Pillen und Pulver haben sich zu einer Art psychischem Konfekt entwickelt.
— Friedrich Georg Jünger
Jugend ist die Zeit des Lebensgenusses, die Triumphe des Mannesalters und der Reichtum vorgerückter Jahre bieten keinen Ersatz für eine in genußloser Anstrengung vergeudete Jugend.
— Johann Nepomuk Nestroy
Man braucht den Appetit des Armen, um das Vermögen des Reichen zu genießen.
— Antoine de Rivarol
Der Mäßige, das ist eigentlich der wahre Feinschmecker und Genussmensch.
— Emanuel Wertheimer
Aus kleinen Brunnen trinkt man sich ebenso satt wie aus großen.
Beim Essen kommt der Appetit, beim Lernen die Dummheit.
Trägheit ist vernichtend. In homöopathischer Dosis jedoch ein Genussmittel.
— Else Pannek
Wenn ich gut gegessen habe, ist meine Seele stark und unerschütterlich; daran kann auch der schwerste Schicksalsschlag nichts ändern.
— Jean-Baptiste Molière
Essen ist ein Bejdürfnis, geniessen eine Kunst
— François de la Rochefoucauld
Käse macht erst geschickt die Zunge, Wein zu schmecken.
— Heinrich von Kleist
Es ist eine Forderung der Natur, dass der Mensch mitunter betäubt werde, ohne zu schlafen. Daher der Genuß im Tabakrauchen, Branntweintrinken, Opiaten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Manch schöne Frau hat das Welken männlicher Liebe durch Ihre Kunst, pikante Leckerbissen herzustellen, zu verhindern gewusst.
— Guy de Maupassant
Altes Fleisch gibt fette Suppen
Genuss ist der Beginn und das Ende eines gesegneten Lebens.
— Epikur
Wenn du zum Wort nicht ohne Not, nicht ohne Hunger greifst zum Brot, bringt dir dein Reden nicht Verdruss, nie Unbehagen dein Genuss.
— Friedrich Rückert
Die Ehe ist ein Vertrag, bei dem der Mann auf die Hälfte seiner Lebensmittel verzichtet, damit man ihm die andere Hälfte kocht;
— Franklin P. Jones