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Sprüche über Kritik

207 Sprüche — Seite 3

Kritik gehört zu den empfindlichsten Formen menschlicher Auseinandersetzung. Sie kann verletzen, korrigieren, schärfen oder befreien, je nachdem, ob sie aus Überheblichkeit oder aus Wahrheitsliebe kommt. Deshalb ist dieses Thema für Lernen, Beziehungen und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.

Ihr Wert liegt nicht im Tadeln um des Tadels willen, sondern in der ehrlichen Klärung dessen, was verbessert werden kann. Gute Kritik verlangt Maß, Fairness und die Bereitschaft, auch die eigene Perspektive nicht für unfehlbar zu halten.

  1. Im Gespräch muss man die Gedanken des Partners unterstützen, ihnen Raum und Luft schaffen. Man sollte sie nicht ersticken, bevor man ihnen widerspricht.

    Friedrich Georg Jünger

  2. Ich sitze im kleinsten Raum des Hauses. Ich habe Ihre Kritik vor mir. Bald werde ich sie hinter mir haben.

    Max Reger

  3. Ich bin bis heute dem Mann noch nicht begegnet, wie berühmt er auch sein mochte, der nicht nach einer Anerkennung besser und einsatzfreudiger gearbeitet hatte als nach einem Tadel.

    Charles M. Schwab

  4. Gebrauche nie ein hartes Wort, wo ein glimpfliches seine Dienste tut.

    Johann Peter Hebel

  5. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass man Anstoß erregt.

    Vincent van Gogh

  6. Das ist die beste Kritik von der Welt: wenn einer neben das, was ihm missfällt, etwas anderes besseres stellt.

    Friedrich Rückert

  7. Ein ausgesprochenes Nein wird akzeptiert und nicht übelgenommen. Ein verschwiegenes, durch spätere Nichthandlung erkennbares dagegen sehr.

    Else Pannek

  8. Das Zerreden ist hundertfach bösartiger und gefährlicher als das Verschweigen.

    Stanislaw Brzozowski

  9. Fürchte nicht Feinde, die angreifen, sondern Freunde, die schmeicheln

    Lord Byron

  10. Die Starken sind immer ihre eigenen Kritiker

    Honoré de Balzac

  11. Ein Zyniker sieht niemals eine gute Eigenschaft eines Menschen, wohl aber jede schlechte.

    Henry Ward Beecher

  12. Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn heilen will.

    François de la Rochefoucauld

  13. Um einen falschen Gedanken mit Erfolg zu widerlegen, muss man bekanntlich ein ganzes Buch schreiben, und den, der den Ausspruch getan hat, überzeugt man doch nicht.

    Otto von Bismarck

  14. Ungerechtfertigtes Lob kann Schwache gefährden, ungerechter Tadel auch Starke vom rechten Weg ableiten.

    Georg Ebers

  15. Jeder Narr kann kritisieren, verurteilen, reklamieren - und die meisten Narren tun es auch.

    Andrew Carnegie

  16. Das Unheil, welches die schlechten Bücher anrichten, kann nur durch die guten wieder ausgeglichen werden.

    Germaine Madame de Stael

  17. Ehrliche Kritik ist schwierig anzunehmen, besonders von einem Verwandten, einem Freund, einem Bekannten oder einem Fremden

    Franklin P. Jones

  18. Wer sich weder durch Lob verführen, noch durch Tadel in Verwirrung bringen lässt, der besitzt großen Herzensfrieden.

    Thomas à Kempis

  19. Von den Schlechten verlacht zu werden ist fast ein Lob.

    Erasmus von Rotterdam

  20. Es hilft nichts, das Unvollkommene heutiger Wirklichkeit zu höhnen oder das Absolute als Tagesprogramm zu predigen. Lasst uns stattdessen durch Kritik und Mitarbeit die Verhältnisse Schritt für Schrit …

    Gustav Walter Heinemann