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Sprüche über Kritik

207 Sprüche — Seite 4

Kritik gehört zu den empfindlichsten Formen menschlicher Auseinandersetzung. Sie kann verletzen, korrigieren, schärfen oder befreien, je nachdem, ob sie aus Überheblichkeit oder aus Wahrheitsliebe kommt. Deshalb ist dieses Thema für Lernen, Beziehungen und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.

Ihr Wert liegt nicht im Tadeln um des Tadels willen, sondern in der ehrlichen Klärung dessen, was verbessert werden kann. Gute Kritik verlangt Maß, Fairness und die Bereitschaft, auch die eigene Perspektive nicht für unfehlbar zu halten.

  1. Ein Zyniker sieht niemals eine gute Eigenschaft eines Menschen, wohl aber jede schlechte.

    Henry Ward Beecher

  2. Das ist die beste Kritik von der Welt: wenn einer neben das, was ihm missfällt, etwas anderes besseres stellt.

    Friedrich Rückert

  3. Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn heilen will.

    François de la Rochefoucauld

  4. Wer mich ins Gesicht beschimpft, kann doch ein ehrbarer Mann und mein Freund sein.

  5. Ehe man tadelt, sollte man immer erst versuchen, ob man nicht entschuldigen kann.

    Georg Christoph Lichtenberg

  6. Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen fühlen, wenn jemand eine Wahrheit ausspricht.

    Christian Morgenstern

  7. So schlecht ein Mann auch über die Frauen denken mag, es gibt doch keine Frau, die über diesen Gegenstand nicht noch schlechter dächte als er.

    Nicolas Chamfort

  8. Ein Blick der Liebe und ein Wort der Ermunterung erreichen mehr als viele Vorwürfe.

    Don Bosco

  9. Wenn du die Menschen verurteilst, hast du keine Zeit, sie zu lieben.

    Mutter Theresa

  10. Behüte uns Gott vor den schlimmsten Menschen, die es gibt, den Korrekten.

    Paul de Lagarde

  11. Am meisten ist und wahrsten der mein Freund, der warm, nicht heiß, das Gute, das ich habe, und streng nicht, doch genau den Fehl auch sieht.

    Friedrich Gottlieb Klopstock

  12. Sprich nie verächtlich über die Gesellschaft! Nur wem es nicht gelingt hineinzukommen, spottet darüber.

    Oscar Wilde

  13. Wir müssen es riskieren, anfechtbare Dinge zu sagen, wenn dadurch lebenswichtige Fragen aufgerührt werden.

  14. Den Lasterhaften tadelt oft, wer ihn beneidet

    Wilhelm Busch

  15. Über den Einwand eines Gescheiten lässt sich streiten; über der Entgegnung eines Dummen muß man verstummen.

    Ludwig Anton Salomon Fulda

  16. Es gibt Worte, die gehen in den Kopf wie Splitter ins Fleisch: Man merkt es nicht. Erst nach einer Weile fangen sie an zu schmerzen und zu eitern, und oft hat man seine liebe Not, ehe man sie wieder r …

    Jeremias Gotthelf

  17. Das Ziel des Künstlers ist die Erschaffung des Schönen. Was das Schöne ist, ist eine andere Frage

    James Joyce

  18. Erst gegen Ende unseres Lebens müssen wir uns eingestehen, dass uns die am meisten genützt haben, die uns die größten Hindernisse in den Weg gelegt haben.

    Carl Ludwig Schleich

  19. Der Glaube ist nimmermehr stärker und herrlicher, denn wenn die Trübsal und Anfechtung am größten ist

    Martin Luther

  20. Es gibt Verse in unserer neuen deutschen Literatur, die selbst dann noch nicht entschuldigt wären, wenn es in den zehn Geboten hieße: Du sollst Verse machen.

    Christian Friedrich Hebbel