Sprüche über Liebe
1604 Sprüche — Seite 67
Kein anderes Gefühl vermag einen Menschen zugleich so zu stärken und so verletzlich zu machen wie die Liebe. Sie stiftet Nähe, weckt Sehnsucht, fordert Vertrauen und lässt selbst im Glück ein leises Zittern zurück. Darum gehört sie seit Jahrhunderten zu den großen Themen von Dichtung, Philosophie und Lebensweisheit.
In ihrer ganzen Tiefe zeigt sie sich nie nur als romantisches Versprechen, sondern auch als Prüfung von Geduld, Hingabe und innerer Reife. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene Kraft in Worte, die Herzen öffnet, Maßstäbe verschiebt und dem Leben seinen hellsten wie schmerzlichsten Glanz verleihen kann.
In Asien turnt das Känguruh, in meinem Herzen turnst nur du!
Besser, dass das Herz dir bricht von dem Kuss der Rose, als du kennst die Freundschaft nicht und stirbst liebelose.
Wären Kinder nicht lieb, wer möchte sie ziehen?
Je mehr Kinder, je mehr Glücks.
Lust und Liebe sind die Fittiche zu großen Taten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wie Wind im Käfig, wie Wasser im Siebe ist goter Rat im Ohr der Torheit und der Liebe.
— Friedrich Rückert
Liebe hat mit Besitz oder Nichtbesitz des geliebten Wesens weniger zu tun, als wir oft meinen. Die Hauptsache für unser inneres Glück: von ihr besessen zu sein.
— Emanuel von Bodman
Lieb ist Leides Anfang.
Die Lieb ist übel angelegt, die keine Lieb herwider trägt.
Lieben und nicht genießen möchte den Teufel verdrießen.
Liebe macht Gegenliebe.
Ich liebe, was fein ist, ob's schon nicht mein ist, ob mir's gleich nicht werden kann, hab ich doch ein Gefallen dran.
Was einem nicht soll werden, ist das Liebste auf Erden.
Was liebt, das betrübt, was herzt, das schmerzt.
Wer die Liebe verbietet, gürtet ihr Sporen an.
Wen die Liebe kitzelt, dem ist der Tod nicht verhaßter als Aufschub.
Die Liebe treibt die Furcht aus.
Liebe empfindet keine Arbeit.
Lieb und Not hat kein Gebot.
Wer Lieb erzwingt, wo keine ist, der bleibt ein Narr zu aller Frist.