Sprüche über Neid
147 Sprüche — Seite 8
Wo fremdes Glück nicht erfreut, sondern schmerzt, tritt Neid in seiner bitteren Form hervor. Er vergleicht, mindert das Eigene und vergiftet den Blick auf andere, weil ihr Erfolg als stiller Angriff auf den eigenen Wert empfunden wird. Darum gehört dieses Thema zu den unerquicklichsten Regungen des menschlichen Herzens.
Seine Schärfe zeigt sich darin, dass Neid selten offen auftritt und doch Beziehungen tief beschädigen kann. Erst wo Dankbarkeit und innere Festigkeit wachsen, verliert der Vergleich seine Herrschaft über das eigene Empfinden.
Dies und jenes fehlt der Frau so lange nicht, bis sie bemerkt, dass eine ihrer Freundinnen es hat.
— Otto Weiss
Sehr scharf wird da und dort das Strebertum verurteilt, zumal von Strebern.
— Otto Weiss
Niemand mag auf lange Zeit große Ehre haben ohne Neid.
— Bernhard Freidank
Der Mensch gönnt seiner Gattung nichts, daher hat er die Gesetze erfunden. Darf er schon nicht, dann sollen die anderen aber auch nicht.
— Kurt Tucholsky
Es gibt in der Regel keinen Prozess, in dem nicht eine Frau den Streit verursacht hätte
— Juvenal
Der Neid ist eine Geißel, deren Opfer im Stillen leiden, er ist ein nagender Wurm an dem Lebensfrieden und an der Tugend des Menschen, welcher ihm Aufnahme gewährte.
— Albertine Necker-Saussure
Ich hege keine Achtung für die Leidenschaft der Gleichheit, die mir nur eine Idealisierung des Neides erscheint.
— Oliver Wendell Holmes