Sprüche über Neid
147 Sprüche — Seite 2
Wo fremdes Glück nicht erfreut, sondern schmerzt, tritt Neid in seiner bitteren Form hervor. Er vergleicht, mindert das Eigene und vergiftet den Blick auf andere, weil ihr Erfolg als stiller Angriff auf den eigenen Wert empfunden wird. Darum gehört dieses Thema zu den unerquicklichsten Regungen des menschlichen Herzens.
Seine Schärfe zeigt sich darin, dass Neid selten offen auftritt und doch Beziehungen tief beschädigen kann. Erst wo Dankbarkeit und innere Festigkeit wachsen, verliert der Vergleich seine Herrschaft über das eigene Empfinden.
Dein Erfolg enthält immer etwas, das selbst deinem besten Freund missfällt.
— Oscar Wilde
Die gefährlichsten Krankheiten sind immer noch Hass, Neid und Geiz
— Pearl S. Buck
Glück und Regenbogen sieht man nicht über dem eigenen Haus, sondern nur über fremden.
Darum beneide ich die Tiere - sie wissen nicht, was über sie geredet wird.
— Voltaire
Ohne Arbeit, früh und spät, wird dir nichts geraten. Neid sieht nur das Blumenbeet, aber nicht den Spaten.
Besser die Eltern beneiden ihre Kinder als umgekehrt.
Willst du unbeneidt sein, freu' dich deines Glücks allein!
Mit Neid bedecken viele ihre Blöße
— Richard von Schaukal
Die Zunge stiftet manchen Streit, entzündet heft’gen Hass und Neid. Was wir Übles je vernommen, ist von der Zunge meist gekommen.
— Bernhard Freidank
Ach, so lange Haß und Liebe, Furcht und Gier auf Erden schalten, werden sich der Menschheit Lose ähnlich oder gleich gestalten.
— Friedrich Wilhelm Weber
Die Menschen erkennen selten das eigene Glück, doch das der anderen entgeht ihnen niemals
— André Gide
Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.
— Charles-Louis de Montesquieu
Eifersucht ist in gewisser Hinsicht gerecht und vernünftig, da sie nur den Besitz wahren will, der unser ist oder zu sein scheint, Neid dagegen ist Eifern über den Besitz anderer.
— François de la Rochefoucauld
Wenn eine Frau die Schönheit einer andern anerkennt, so darf man daraus schließen, dass sie sich selber für schöner hält...
— Jean de la Bruyère
Gewinn anderer wird fast wie Verlust empfunden
— Wilhelm Busch
Ein Bettler hasst den anderen nicht so sehr wie ein Arzt den anderen.
Neid ist die frevlerische Sorge um das Wohl deines Nachbarn
— Ferdinand Lassalle
Dem Neide wirst du entgehen, wenn du verstehst, dich im Stillen zu freuen
— Seneca
Ich beneide die Dummen um ihre Tollkühnheit: Sie sprechen den ganzen Tag.
— Michel de Montaigne
Neid: der Ärger über den Mangel an Gelegenheit zur Schadenfreude
— Ambrose Bierce