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Sprüche über Pflicht

446 Sprüche — Seite 19

Nicht alles, was getan werden muss, entspringt Neigung oder persönlichem Vorteil. Pflicht meint jene innere oder äußere Verbindlichkeit, die Handeln fordert, auch wenn es unbequem ist oder keinen unmittelbaren Lohn verspricht. Deshalb gehört dieses Thema zu den ernsten Grundlagen eines verantwortlichen Lebens.

Ihre Würde zeigt sich darin, dass sie den Menschen über bloße Stimmung und Bequemlichkeit hinaushebt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Pflicht mit Haltung, Verlässlichkeit und dem Bewusstsein verbunden ist, dass Freiheit ohne Bindung leicht ins Beliebige kippt.

  1. Wie man den Acker bestellt, so trägt er.

  2. Was der Acker nicht trägt, muss der Buckel tragen.

  3. Was einer angefangen oder zugeschnitten, soll ein anderer nicht ausmachen.

  4. Wer nichts an die Angel steckt, der fängt nichts.

  5. Wenn du die Angel ziehst zu früh, so fängst du nie.

  6. Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.

  7. Wer sich anspannen lässt, der muss ziehen.

  8. Wer bauen will, muss zwei Pfennige für einen rechnen.

  9. Es ist eine Schande, lange dienen und doch ungeschickt bleiben.

  10. Was die Egge bestrichen und die Hacke bedecket, das folgt dem Erbe

  11. Der Faule sucht einen Herrn, der ihm in der Woche sieben Feiertage gibt

  12. Die Faulen kehren sich lang im Bett und wenden dem Teufel den Braten

  13. Willst du nicht lernen mit der Feder schreiben, schreib mit der Mistgabel

  14. Wer zeitig feiern will, muss fleissig arbeiten

  15. Wer alle Tage feiert, der fragt nichts nach dem Sonntag

  16. Nach vielen Feiertagen kommt selten ein guter Werktag

  17. Wer nichts recht tut, hat nie Feierabend

  18. Wo man Gewalt braucht, ist die Lust nicht groß.

    Aristophanes

  19. Besser zweimal fragen als einmal irregehen

  20. Fragen kostet kein Geld und wird einem kein Zahn davon stumpf