Sprüche über Pflicht
446 Sprüche — Seite 5
Nicht alles, was getan werden muss, entspringt Neigung oder persönlichem Vorteil. Pflicht meint jene innere oder äußere Verbindlichkeit, die Handeln fordert, auch wenn es unbequem ist oder keinen unmittelbaren Lohn verspricht. Deshalb gehört dieses Thema zu den ernsten Grundlagen eines verantwortlichen Lebens.
Ihre Würde zeigt sich darin, dass sie den Menschen über bloße Stimmung und Bequemlichkeit hinaushebt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Pflicht mit Haltung, Verlässlichkeit und dem Bewusstsein verbunden ist, dass Freiheit ohne Bindung leicht ins Beliebige kippt.
Nach den Jahren der Last kommt die Last der Jahre
— Johann Wolfgang von Goethe
Held sein, eine Minute, eine Stunde lang, das ist leichter, als in stillem Heroismus den Alltag zu tragen
— Fjodor M. Dostojewski
Willst du deine Arbeit so verrichten, wie Gott sie verlangt, dann verrichte sie aus Liebe
— Vinzenz von Paul
Lass dir an dem Bewusstsein genügen, deine Pflicht getan zu haben; andere mögen es erkennen oder nicht.
— Christoph Martin Wieland
Die wertvollste Eigenschaft die ein Mensch sich aneignen kann ist die Fähigkeit, die Dinge zu tun, die er tun muss, wenn sie getan werden müssen, ob es ihm gefällt oder nicht
— Thomas Henry Huxley
Was uns im Leben am meisten Not tut ist ein Mensch, der uns zu dem zwingt, was wir können.
— Ralph Waldo Emerson
Die Schwierigkeit ist immer klein, man muss nur nicht verhindert sein.
— Wilhelm Busch
Schulbildung überlädt in den meisten Menschen so sehr den Acker mit Schutt, dass keine Gedanken mehr darauf wachsen können.
— August Pauly
Das Wort "Familienbande" hat einen Beigeschmack von Wahrheit.
— Karl Krauß
Das Leben wäre unerträglich, wenn wir nie träumten.
— Anatole France
Zwang ist ein Übel; aber es besteht kein Zwang, unter Zwang zu leben.
— Epikur
Die Ehre ist die Poesie der Pflicht!
— Alfred de Vigny
Nichts ist schöner als seine Pflicht zu tun, wenn man der Herr ist.
— Alexandre Vinet
Sieh, das ist Lebenskunst, vom schieren Wahn des Lebens sich befreien, fein hinzulächeln übers große Muss.
— Christian Morgenstern
Wir verbringen so viel Zeit mit Dingen, die dringend sind, so dass keine mehr übrig ist für Dinge, die wichtig sind.
— Henry Ward Beecher
Der Geist, der unverrückbar an ein fernes schönes Ziel glaubt, vermag die Lebenskraft sich zu erhalten, die ihn über den Alltag hinwegführt.
— Gustav Stresemann
Gesundheit ist das Ausmaß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen.
— Friedrich Nietzsche
Jeder Mensch ist ein Sklave der Notwendigkeit, aber der Sklave, der sich dessen bewusst ist, ist weit überlegen
— Simone Weil
Zu hoffen und zu handeln - das ist unsere Pflicht im Unglück.
— Boris Pasternak
Freundlichkeit verpflichtet mehr als eine Anleihe