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Sprüche über Selbsterkenntnis

290 Sprüche — Seite 14

Am schwersten sieht der Mensch oft das, was ihn selbst bestimmt. Selbsterkenntnis verlangt Ehrlichkeit, Mut und die Bereitschaft, sich nicht nur mit den eigenen Vorzügen, sondern auch mit Widersprüchen, Schwächen und versteckten Motiven zu befassen. Deshalb gehört dieses Thema zu den anspruchsvollsten Wegen innerer Reifung.

Ihr Wert liegt darin, dass sie nicht im Grübeln endet, sondern zu Klarheit und Veränderung führen kann. Wer sich selbst besser versteht, urteilt nüchterner, handelt freier und ist weniger darauf angewiesen, sich vor sich selbst zu verbergen.

  1. Unsere Fehler bringen uns nicht so sehr ins Verderben, wie unser Widerstreben, sie zu verbessern, wenn wir sie entdeckt haben.

    James Hudson Taylor

  2. Wenn die Leute sich nur halb so viel Rechenschaft über ihr eigenes Leben geben wollten, als über das Leben der anderen, so würden sie sich des Ratgebens meist enthalten.

    Fanny Lewald

  3. Wer ohne üblen Willen die Fehler und Irrtümer seiner Nebenmenschen beobachtet, lernt dabei, wenn er will, seine eigenen Fehler und Irrtümer erkennen; er hat dann die Pflicht, ernst an ihre Überwindung …

    Fanny Lewald

  4. Zu wissen, was man will, ist leichter als zu wissen, was man kann.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  5. Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, dass wir genau das besitzen, was wir uns wünschen

    Simone Weil

  6. Jeder angenehme Augenblick hat Wert für mich. Glückseligkeit besteht nur in Augenblicken. Ich wurde glücklich, da ich das lernte.

    Caroline Schlegel-Schelling, geb. Michaelis

  7. Wer die Kraft in sich fühlt, sich einen ehrenvollen Platz selbst zu erringen, der wird zu stolz sein, von einem Vorrecht Gebrauch zu machen; kann er dies nicht, dann soll er verzichten und nicht mehr …

    Wilhelmine von Hillern

  8. Es ist sehr traurig bemerken zu müssen, wie uns der Egoismus allenthalben nachschleicht und uns oft da am nächsten ist, wo wir ihn am fernsten von uns glaubten.

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  9. Ein gebildeter Mensch ist nicht der, den die Natur verschwenderisch behandelt hat; ein gebildeter Mensch ist der, der die Gaben, die er hat, gütig, weise und richtig und auf die höchste Weise gebrauch …

    Rahel Varnhagen von Ense

  10. An sich arbeiten; klar machen, was uns verwirrt und drückt, und wären es die größten Schmerzen – heißt gut sein.

    Rahel Varnhagen von Ense

  11. Die Selbstbeschränkung ist die Frucht der Selbsterkenntnis, die Form von deines Wesens vertrauterem Verständnis.

    Friedrich Julius Hammer

  12. Die guten und die schlechten, die Fähigen und die Unfähigen sind der Spiegel, in welchem wir uns im Laufe eines langen Lebens langsam kennenlernen.

    August Pauly

  13. Was schlechte Richter sind, können wir an uns selbst lernen, wenn wir die Vergehen unserer Kinder strafen.

    August Pauly

  14. Jede Zeit erkennt die Fehler ihrer Vorgängerin wie jeder Narr die Narrheit eines anderen, aber nicht seine eigene.

    August Pauly

  15. Es ist ein gesegneter Augenblick, in welchem der Mensch seine eigene Dummheit begreift.

    August Pauly

  16. Sage zu dem Eitlen, er solle sich selbst erkennen und flugs schaut er in den Spiegel.

    August Pauly

  17. Verachtung stärkt den Geist zur Selbstüberwachung, weil wir am besten die volle Schwere und die große Kluft zwischen uns und dem Verachteten verstehen.

    Heinrich Martin

  18. In jedem Mensch steckt Philosophie, doch nur der Kluge kennt und findet sie.

    Heinrich Martin

  19. Edler Stolz erkennt sich selbst; Hochmut sieht nur die Gebrechen anderer.

    Heinrich Martin

  20. Nur Unglück, welches plötzlich an uns heran tritt, fordert uns heraus, zu zeigen, ob wir klein oder groß sind.

    Heinrich Martin