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Sprüche über Selbsterkenntnis

290 Sprüche — Seite 3

Am schwersten sieht der Mensch oft das, was ihn selbst bestimmt. Selbsterkenntnis verlangt Ehrlichkeit, Mut und die Bereitschaft, sich nicht nur mit den eigenen Vorzügen, sondern auch mit Widersprüchen, Schwächen und versteckten Motiven zu befassen. Deshalb gehört dieses Thema zu den anspruchsvollsten Wegen innerer Reifung.

Ihr Wert liegt darin, dass sie nicht im Grübeln endet, sondern zu Klarheit und Veränderung führen kann. Wer sich selbst besser versteht, urteilt nüchterner, handelt freier und ist weniger darauf angewiesen, sich vor sich selbst zu verbergen.

  1. Wenn du stark bist, dann beginne, wo du stark bist. Wenn nicht, beginne dort, wo du eine Niederlage am leichtesten verschmerzen kannst.

    Nicolaus Machiavelli

  2. Es kostet Kunst, sich selbst zu überreden, dass man glücklich ist.

    Gotthold Ephraim Lessing

  3. Leicht ist, anderen zu raten, schwer oft für sich selbst das Rechte zu erkennen.

    Georg Christoph Lichtenberg

  4. Wer von uns weiß, kann wirklich unterscheiden, wann er tatsächlich denkt und wann er sich nur selber etwas vormacht.

    Stanislaw Brzozowski

  5. Wie nahe Furcht und Mut zusammenwohnen, das weiss vielleicht am besten, wer sich dem Feind entgegenwirft.

    Christian Morgenstern

  6. Wer wagen will, sich zu kennen, muß verzichten, sich zu gefallen.

    Hermann Bahr

  7. Es regnet viele Tropfen, ehe man Einsicht gewinnt, und Jahre vergehen, ehe man weise wird.

    Adalbert Stifter

  8. Dass uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf, dass es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehen

    Arthur Schopenhauer

  9. Unwissen ist die einzige Tragödie des Daseins. Es gibt keine andere. Wenn jeder wüsste, was er zu wissen hätte, wäre die Welt erlöst!

    Peter Altenberg

  10. Der große Tag, das krönende Fest des Lebens kommt, wenn das innere Auge sich der Einheit der Dinge, der Allgegenwart des Gesetzes öffnet; wenn es erkennt, dass alles, was ist, sein muss und soll u …

    Ralph Waldo Emerson

  11. Nimm die Zahl deiner Jahre mit Freundlichkeit an und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.

  12. Staatsmänner und schöne Frauen haben kein Gefühl für ihren allmählichen Verfall.

    Philip Chesterfield

  13. Je mehr ich in mich selbst einkehre, um so mehr lese ich die Worte, die in meine Seele geschrieben sind: Sei gerecht und du wirst glücklich sein.

    Jean-Jacques Rousseau

  14. Wenn du eine hilfreiche Hand brauchst, suche sie am Ende deines Armes.

  15. Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, dass sie verdient war.

    Tacitus

  16. Ich beobachte mich und verstehe dadurch die anderen.

    Laotse

  17. Rechtschaffenheit ist eine sehr seltene Tugend, und der Mensch, der sie im höchsten Grade zu besitzen glaubt, hat sie oft am wenigsten

    Honoré de Balzac

  18. Man greift nicht nur an, um jemandem weh zu tun, ihn zu besiegen, sondern vielleicht auch nur, um sich seiner Kraft bewußt zu werden.

    Friedrich Nietzsche

  19. Beim Ratgeben sind wir alle weise, aber blind bei eigenen Fehlern.

    Euripides

  20. Es sollte uns weder in der Mitte unseres Lebens passieren, und schon gar nicht am Ende, dass wir sagen müssen: Der, der ich bin grüßt traurig den, der ich sein könnte

    Clemens Brentano