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Sprüche über Spuren

124 Sprüche — Seite 6

Was Menschen hinterlassen, bleibt oft länger wirksam als ihre unmittelbare Gegenwart. Spuren zeigen sich in Erinnerungen, Handlungen, Worten und Prägungen und machen deutlich, dass kein Leben ganz folgenlos bleibt. Deshalb besitzt dieses Thema eine stille Tiefe, die über den Augenblick hinausweist.

Ihr Wert liegt darin, dass Spuren nicht nur Vergangenes bezeugen, sondern auch Gegenwart mitgestalten. Sie können trösten, belasten oder leiten und erinnern daran, wie sehr Begegnungen und Entscheidungen nachwirken.

  1. Das Paradies liegt nicht auf Erden, aber Stückchen davon sind wohl vorhanden

    Jules Renard

  2. Der Schmerz ist für eine tiefe Seele wie ein Stein, der in einen Brunnen fällt; er wird nie mehr herausgehoben.

    Eleonore van der Straten-Sternberg

  3. Im Handel steckt der ganze Reichtum, im Ackerbau der halbe, im Fürstendienst ein Viertel davon, im Betteln ist keine Spur von ihm.

  4. Man behält immer die Spuren seiner Abstammung

    Ernest Renan

  5. Jedes böse Beispiel legt in das jugendliche Herz den Samen des Bösen, der sich später zur giftigen Frucht entwickelt.

    Ignaz Anton Demeter

  6. Die Süßigkeit des Rausches kommt aus des Weines Herbe.

    Hafis

  7. Jeder Grashalm, jedes Blatt, jede einzelne Blüte ist ein Zeichen der Hoffnung.

    John Richard Jefferies

  8. Denn das ist eben die große und gute Einrichtung der Natur, dass in ihr alles im Keim da ist und nur auf eine Entwicklung wartet.

    Johann Gottfried Herder

  9. Zerstreutheit ist ein Zeichen von Klugheit und Güte. Dumme und boshafte Menschen sind immer geistesgegenwärtig.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  10. Ist es nicht merkwürdig, dass man dem Menschen fast immer am Gesicht anmerkt, wie sein Magen aussieht?

    Jakob Bosshart

  11. Nicht bloß von dem gedruckten Küchenzettel, sondern auch von dem geschriebenen lässt sich auf den Geist der Küche schließen

    Eugen von Vaerst

  12. Wie vertraut ein Mann mit Frauen sei, es bleibt viel Fremdes doch dabei

    Bernhard Freidank

  13. Die Menschenseele ist ein kleiner fliegender Samenstaub, der einen guten Boden sucht, um auch Charakter zu werden

    Bettina von Arnim

  14. Wohl dem, dem nicht körperliche Schwäche, nicht Entsagung, sondern Erfahrungsreichtum, Weisheit die Anzeichen des Alters bringen!

    Theodor Toeche-Mittler

  15. Jede Gegend nimmt mit der Zeit die Seelen ihrer Einwohner an sich.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  16. Geschichte: Eine Mischung aus dem Erbgut der Kultur und der Erblast Politik.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  17. Bei lebhaften Menschen und Völkern sind Ruhe und Schweigen das sicherste Zeichen der Reife.

    Fanny Lewald

  18. Wir sehen in den Kunstwerken aller Zeiten es am deutlichsten, wie das Menschengeschlecht sich verändert hat, wie niemals dieselbe Zeit wiedergekommen ist, die einmal da war

    Philipp Otto Runge

  19. Einfache Dankbarkeit, ohne eine Spur von Liebe, ist die einzige Gegengabe, die ein edles Gemüt für frühere Wohltaten erweisen kann.

    Oliver Goldsmith

  20. Was alles die Menschen als Zeichen von Vornehmheit ansehen, das macht sie gerade zum Pöbel.

    August Pauly