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Sprüche über Verstand

388 Sprüche — Seite 11

Was ordnet, prüft und Unterschiede erkennt, wird mit dem Verstand verbunden. Er schützt vor vorschnellen Urteilen, sucht Zusammenhang und verleiht dem Denken jene Klarheit, ohne die Orientierung schwerfällt. Darum gehört dieses Thema zu den tragenden Kräften bewusster Lebensführung.

Sein Wert zeigt sich nicht im kalten Rechnen allein, sondern im maßvollen Zusammenwirken mit Erfahrung und Gefühl. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Verstand dann am fruchtbarsten ist, wenn er nicht herrscht, sondern richtig unterscheidet.

  1. Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.

    Christian Johann Heinrich Heine

  2. Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen.

    Victor-Marie Hugo

  3. Man muß wissen, dass es Dinge gibt, die unserer Macht nicht unterliegen und die wir nur zu erkennen, nicht hervorzubringen imstande sind.

    Dante Alighieri

  4. Es ist kein Verdienst, Verstand zu haben, sondern ein Glück; aber Verdienst ist es, ihn zur Erkennung seiner selbst anzuwenden.

    Johann Kaspar Lavater

  5. Der Mann hatte so viel Verstand, dass er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war.

    Georg Christoph Lichtenberg

  6. Der menschliche Verstand ist in der Praxis nicht verläßlich, am wenigsten in größter Not.

    Karl Theodor Jaspers

  7. Man kann keine große Seele oder keinen einigermaßen scharfen Verstand ohne einige Leidenschaft für das Schrifttum haben.

    Marquis de Vauvenargues

  8. Das Alter zieht noch mehr Runzeln in unseren Verstand als in unser Antlitz.

    Michel de Montaigne

  9. Leute, die sich die Finger verbrennen, verstehen nichts vom Spiel mit dem Feuer

    Oscar Wilde

  10. Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele.

    Maxim Gorki

  11. Ein Fehler, den man erkennt, ist schon halb gebessert.

  12. Es gibt drei wirkliche Dinge: Gott, die menschliche Narretei und das Lachen. Die beiden ersten übersteigen unser Begriffsvermögen, also müssen wir so viel wie möglich aus dem dritten machen.

  13. Wir hören viel, aber wir hören erst eigentlich, wenn wir die wirren Stimmen haben sterben lassen, und nur noch eine spricht. Wir sehen viel, doch wir sehen erst eigentlich, wenn wir die wirren Lich …

    Eckhart von Hochheim

  14. Wir werden die Welt verstehen, wenn wir uns selbst verstehen, weil wir zwei integrante Hälften sind.

    Novalis

  15. Die Menschen, bei denen Verstand und Gemüt sich die Waage halten, gelangen spät zur Reife.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  16. Um seinen Verstand auszubreiten, muss man seine Begierden einschränken.

    Gotthold Ephraim Lessing

  17. Der ist wahrlich zu beklagen, der zum Diener ward verdammt: Mag man noch so Kluges sagen, hat der Herr allein Verstand.

    Franz Grillparzer

  18. Wir brauchen unsere Leidenschaften nicht zu zügeln, sondern unseren Verstand zu kultivieren

    William Blake

  19. Die Vitalität wird zu Lasten des Verstandes überschätzt. Dabei sind es die Ochsen und nicht die Denker, die uns zu Tode trampeln.

    Friedrich Dürrenmatt

  20. Unsere Zwecke müssen wir uns vom Herzen, die Mittel, sie zu erreichen, vom Verstand geben lassen

    Felix Mendelssohn Bartholdy