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Sprüche über Verstand

388 Sprüche — Seite 14

Was ordnet, prüft und Unterschiede erkennt, wird mit dem Verstand verbunden. Er schützt vor vorschnellen Urteilen, sucht Zusammenhang und verleiht dem Denken jene Klarheit, ohne die Orientierung schwerfällt. Darum gehört dieses Thema zu den tragenden Kräften bewusster Lebensführung.

Sein Wert zeigt sich nicht im kalten Rechnen allein, sondern im maßvollen Zusammenwirken mit Erfahrung und Gefühl. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Verstand dann am fruchtbarsten ist, wenn er nicht herrscht, sondern richtig unterscheidet.

  1. Hätte einer auch mehr Verstand als die drei Weisen aus dem Morgenland und ließe sich dünken, er wäre wohl nie dem Sternlein nachgereist wie sie; dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest seine Lichtle …

    Wilhelm Busch

  2. Dein Verstand ist dein Vermögen, aber Armut schändet nicht.

  3. Ein gewöhnlicher Verstand ist wie ein schlechter Jagdhund, der die Fährte eines Gedankens schnell annimmt und schnell wieder verliert.

    Hugo von Hofmannsthal

  4. Ich kann die Bahn der Himmelskörper auf Zentimeter und Sekunden genau berechnen, aber nicht, wohin die verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann

    Isaac Newton

  5. Klugheit betrachtet die Wege zur Glückseligkeit; Weisheit aber betrachtet den Inbegriff der Glückseligkeit selbst.

    Thomas von Aquin

  6. Wissen tun wir nichts, aber wir wissen Bescheid. Und das gehörig

    Martin Kessel

  7. Sieh dich vor, dass der Sinn für das Große dir nicht abhanden kommt, ehe du es gewahr wirst.

    Friedrich von Schlegel

  8. Der Verstand ist das einzige, was mancher verliert, ohne es besessen zu haben.

    Peter Sirius

  9. Eine volle Flasche macht kein Geräusch, eine halb volle gluckert.

  10. Die verstehen sehr wenig, die nur das verstehen, was sich erklären lässt

    Marie von Ebner-Eschenbach

  11. Wo es keine Liebe gibt, dort gibt es auch keinen Verstand.

    Fjodor M. Dostojewski

  12. Pferdeverstand: das, was Pferde davon abhält, auf künftiges Verhalten der Menschen zu wetten.

    Oscar Wilde

  13. Erkennen heißt: alle Dinge zu unserem Besten verstehen.

    Friedrich Nietzsche

  14. Es gibt keine andere Offenbarung als die Gedanken der Weisen

    Arthur Schopenhauer

  15. Der Kluge fragt sich selbst, der Dumme andere.

  16. Tadeln ist leicht, deshalb versuchen sich so viele darin... Mit Verstand loben ist schwer, darum tun es so wenige.

    Anselm Feuerbach

  17. Ohne Argwohn zu sein ist den meisten Menschen fast so, wie ohne Verstand zu sein.

    Ludwig Marcuse

  18. Je mehr man schon weiss, desto mehr hat man noch zu lernen. Mit dem Wissen nimmt das Nichtwissen in dem gleichen Grade zu, oder vielmehr das Wissen des Nichtwissens.

    Friedrich von Schlegel

  19. Wenn auch anzunehmen ist, alles sei bereits gesagt, so darf man doch keinesfalls folgern, dass auch alles gehört und verstanden ist.

    Franz Liszt

  20. Das Gemüt hat mehr Mängel als der Verstand.

    François de la Rochefoucauld