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Sprüche über Verstand

388 Sprüche — Seite 16

Was ordnet, prüft und Unterschiede erkennt, wird mit dem Verstand verbunden. Er schützt vor vorschnellen Urteilen, sucht Zusammenhang und verleiht dem Denken jene Klarheit, ohne die Orientierung schwerfällt. Darum gehört dieses Thema zu den tragenden Kräften bewusster Lebensführung.

Sein Wert zeigt sich nicht im kalten Rechnen allein, sondern im maßvollen Zusammenwirken mit Erfahrung und Gefühl. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Verstand dann am fruchtbarsten ist, wenn er nicht herrscht, sondern richtig unterscheidet.

  1. Jedes Problem erlaubt zwei Standpunkte: unseren eigenen und den falschen.

    Channing Pollock

  2. Alles in der Welt ist merkwürdig und wunderbar für ein paar wohlgeöffnete Augen.

    José Ortega y Gasset

  3. Es steht mancher vor seinem Glück und ist unfähig, es zu begreifen.

    Martin Kessel

  4. Freunde kann jeder haben, wenn er versteht, ein Freund zu sein.

  5. Die Natur auffassen und sie unmittelbar benutzen, ist wenig Menschen gegeben

    Francois Rabelais

  6. Ich glaube nicht an Wunder. Ich habe ihrer zu viele gesehen.

    Oscar Wilde

  7. Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand

  8. Mögest Du so leben, dass Du das Leben zu nutzen verstehst.

  9. Wer lange im Bett bleibt, verschläft den Verstand.

  10. Wenn sich die Sprüche widersprechen, ist's eine Tugend und kein Verbrechen. Du lernst nur wieder von Blatt zu Blatt, dass jedes Ding zwei Seiten hat.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  11. Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag, doch niemals klug genug für den, der kommen mag.

    Friedrich Rückert

  12. Die Freude fällt uns in die Hände, die bloße Kunst nur, sich zu freu'n, die will geübt, errungen sein.

    Christoph A. Tiedge

  13. Fernsehen. Fern von der Realität und jeglichem Sachverstand das nahende Ende sehen.

    Julian Scharnau

  14. Religion ist die einzige Philosophie, die das Durchschnittshirn verstehen und annehmen kann

    Joseph Joubert

  15. Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in der Wahrnehmung gewesen wäre.

    Thomas von Aquin

  16. Seelenleiden zu heilen vermag der Verstand wenig, die Zeit viel, entschlossene Tätigkeit alles.

    Johann Wolfgang von Goethe

  17. Ist uns das Leben nicht gegeben, damit wir reicher werden im Geist, auch wenn die äußere Erscheinung leiden muss?

    Vincent van Gogh

  18. Geist ist in sich, und was er wahrnimmt, was er aufnimmt, das ist seine eigene Richtung, sein Vermögen.

    Bettina von Arnim

  19. Die Welt verstehen nenne ich der Welt gewachsen sein.

    Oswald Spengler

  20. Der Verstand stellt Probleme, das Leben löst sie. Alle Verstandeslösungen sind Unsinn.

    Oswald Spengler