Sprüche über Elend
128 Sprüche — Seite 3
Elend bezeichnet jene Lage, in der Not, Demütigung und Aussichtslosigkeit sich zu einer bedrückenden Gesamterfahrung verdichten. Es betrifft nicht nur äußeren Mangel, sondern ebenso die Erschöpfung der Seele, wenn selbst Hoffnung schwerfällt. Deshalb ist dieses Thema von schmerzhafter sozialer und menschlicher Schwere.
Seine Tiefe liegt darin, dass Elend selten nur den Einzelnen betrifft, sondern auch den Zustand einer Gemeinschaft sichtbar macht. Wo Mitgefühl, Gerechtigkeit und Hilfe fehlen, wächst es nicht nur aus Umständen, sondern auch aus Gleichgültigkeit.
Wir können weder alle zählen, denen Unheil widerfahren ist, noch auch nur einen von ihnen würdig beklagen.
— Giacomo Leopardi
Es ist schlimm, erst dann zu merken, dass man keine Freunde hat, wenn man wirklich Freunde braucht.
— Plutarch
Es ist törricht, sich im Kummer die Haare zu raufen, denn noch niemals ist Kahlköpfigkeit ein Mittel gegen Probleme gewesen
— Mark Twain
Wisset, dass dieses Leben ein Elend ist und keine Seligkeit.
— Ulrich Zwingli
Frauen können Not, nicht aber Wohlstand teilen.
Es ist unzulässig, dass Wissenschaftler Tiere zu Tode quälen. Laßt die Ärzte mit Journalisten und Politikern experimentieren
— Henrik Johan Ibsen
Zwischen dem Elend und dem Glücke gähnt eine tiefe Kluft. Die Hoffnung schlägt darüber die Brücke, aber sie hängt in der Luft.
— Heinrich Leuthold
Wenn der Mensch plötzlich tugendhaft würde, so müssten viele Tausende verhungern
— Georg Christoph Lichtenberg
Kummer unausgesprochen hat schon manches Herz gebrochen. Mit Geschwüren, die man nicht kratzen kann, ist man am allerschlimmsten dran.
Not lehrt beten! Arbeit lehrt, Wie man gegen Not sich wehrt.
— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist.
— Adam Smith
Die Welt ist nicht schlimmer und nicht besser, als sie vor tausend Jahren war und nach tausend Jahren sein wird.
— August von Kotzebue
Der Vergleich ist es, der die Menschen glücklich oder elend macht.
Auf jedes Leben muss etwas Regen fallen. Manche Tage müssen dunkel und trübe sein.
— Henry Wadsworth Longfellow
Sitze nicht, wo die Spötter sitzen, denn sie sind die elendsten unter allen Kreaturen.
— Matthias Claudius
Durch ein Unterlassen kann man genauso schuldig werden wie durch Handeln.
— Konrad Adenauer
Der Kummer darf sich nicht in unserem Herzen ansammeln wie Wasser in einem trüben Tempel.
— Vincent van Gogh
Es ist viel dringender erforderlich, die Seele als den Körper zu heilen, denn der Tod ist besser als ein schlechtes Leben.
— Epiktet
Die Arbeit hält drei schlimme Übel von uns fern: Langeweile, Laster und Not
— Voltaire
Das Leiden muss getragen werden, damit es vorübergeht.
— Dietrich Bonhoeffer