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Sprüche über Elend

128 Sprüche — Seite 6

Elend bezeichnet jene Lage, in der Not, Demütigung und Aussichtslosigkeit sich zu einer bedrückenden Gesamterfahrung verdichten. Es betrifft nicht nur äußeren Mangel, sondern ebenso die Erschöpfung der Seele, wenn selbst Hoffnung schwerfällt. Deshalb ist dieses Thema von schmerzhafter sozialer und menschlicher Schwere.

Seine Tiefe liegt darin, dass Elend selten nur den Einzelnen betrifft, sondern auch den Zustand einer Gemeinschaft sichtbar macht. Wo Mitgefühl, Gerechtigkeit und Hilfe fehlen, wächst es nicht nur aus Umständen, sondern auch aus Gleichgültigkeit.

  1. Leid frisst das Herz und auch den Mut.

    Ernst Moritz Arndt

  2. Es ist die größte Lust des Lebens, anderen die Last des Lebens zu erleichtern.

    Paul Keller

  3. Hinter allem menschlichen Leid türmen sich Berge von Unwissenheit, riesige schwarze Wolken falschen Denkens, gespenstische Schwäche des Fleisches.

    John Knittel

  4. Not gibt Gefühl unserer Kraft, unseres Wertes.

    Johann Jakob Engel

  5. Ungebeten spontan geäußerter Rat als Reaktion auf eine Schreckensnachricht vertreibt Mitgefühl und Trost.

    Else Pannek

  6. Der Krieg ist eine Plage, mit der Gott die Menschheit straft.

    Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

  7. Mit Menschen in Not soll man nicht diskutieren; man soll ihnen helfen.

    Dr. Carl Sonnenschein

  8. Der Weise mit Hoffnung erträgt die Qualen des Lebens.

    Euripides

  9. Das gesicherte Dasein ist eine Qual, wenn nicht eine Erfüllung dazu kommt.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  10. Die Leidenschaft ermöglicht die besten Beobachtungen und führt zu den elendsten Schlüssen

    Georg Christoph Lichtenberg

  11. Für die Gesundheit und ein langes Leben ohne großen Kummer weiß ich kein besseres Mittel als die Narrheit.

    Michelangelo

  12. Nichts ist so stark wie die Notlage, weil alle ihr sich unterwerfen.

    Thales von Milet

  13. Ein Asyl für jeden Kummer ist das Gebet.

    Johannes Chrysostomos

  14. Das ist es, was euch in solches Elend stürzt: Mit dem eigenen Geschick unzufrieden, strebt ein jeder im Geiste nach dem höchsten Glück

    Francesco Petrarca

  15. Der ist elend, der den Tod wünscht; noch elender aber der, der ihn fürchtet.

    Julius Wilhelm Zincgref

  16. Die Porträtkunst ist die elendste Gattung der Malerei, weil bei ihr der Künstler am meisten gebunden ist

    Arnold Böcklin

  17. Solange wir leben, leiden wir.

    Frederico Garcia Lorca

  18. Im Meistern der Not liegt das Glück, nicht im Ausweichen vor der Not.

    Heinrich Lhotzky

  19. Die Ehe und das Geld sind das große Arsenal unseres Elends

    Hippolyte Taine

  20. Dass die Menschen immer mehr sein wollen als sie sind, ist eine der stärksten Quellen unseres Elends.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse