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Sprüche über Elend

128 Sprüche — Seite 5

Elend bezeichnet jene Lage, in der Not, Demütigung und Aussichtslosigkeit sich zu einer bedrückenden Gesamterfahrung verdichten. Es betrifft nicht nur äußeren Mangel, sondern ebenso die Erschöpfung der Seele, wenn selbst Hoffnung schwerfällt. Deshalb ist dieses Thema von schmerzhafter sozialer und menschlicher Schwere.

Seine Tiefe liegt darin, dass Elend selten nur den Einzelnen betrifft, sondern auch den Zustand einer Gemeinschaft sichtbar macht. Wo Mitgefühl, Gerechtigkeit und Hilfe fehlen, wächst es nicht nur aus Umständen, sondern auch aus Gleichgültigkeit.

  1. Auch der ärmste Mensch kann zuletzt den Hunger und die Sorge nicht mehr ertragen, und leider macht er dann keine schriftlichen Eingaben an die Behörden, sondern er schlägt mit der Faust an die Tür der …

    Wilhelm Raabe

  2. Mitleid eines Mannes zu einer leidenden Frau ist immer Zärtlichkeit.

    Stefan Zweig

  3. Arbeit ist das beste Heilmittel für alle Krankheiten und alles Elend, das die Menschheit je befallen hat - ehrliche Arbeit

    Thomas Carlyle

  4. Was ist das Leben? Ein Verzweiflungssang, ein einz'ger lauter tiefer Schmerzensklang.

    Josef Christian von Zedlitz

  5. Alt zu werden unter jugendlichen Völkern, scheint mir eine Lust, doch alt zu werden da, wo alles alt ist, scheint mir schlimmer denn alles.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  6. Alles Elend kommt davon, dass wir nicht ruhig allein in einem Zimmer sitzen können.

    Blaise Pascal

  7. Indem man sich beklagt, tröstet man sich.

    Alfred de Musset

  8. Das Leben verlieren ist keine große Sache; aber zusehen, wie der Sinn des Lebens aufgelöst wird, das ist unerträglich.

    Albert Camus

  9. Beim Anblick eines gewissen Elends empfindet man eine Art Scham, glücklich zu sein.

    Jean de la Bruyère

  10. Auf gebeugtem Rücken und eingezogenen Schultern nimmt jede Last Platz.

    Else Pannek

  11. Es weiß kein Mensch, wieviel er ertragen kann, bis er von der Notwendigkeit es lernt.

    Ernst Benjamin Salomo Raupach

  12. Wenn der zehnte Teil des Elends, das gefühlt wird, gesehen würde, so müsste uns dieser Anblick mit Grausen durchdringen.

    Edward Young

  13. Wo Frauen im Kummer leben, verdirbt die Familie bald. Wo Frauen im Glück leben, gedeiht die Familie immer.

  14. Bei furchtbaren Schicksalsschlägen das ganz Gewöhnliche tun, das hilft uns über den Abgrund.

    Martin Kessel

  15. Kummer unausgesprochen hat schon manches Herz gebrochen.

  16. Nackt, nass und hungrig werden wir geboren. Danach wird es nur noch schlimmer

  17. Verachtung des Lebens ist leicht in harter Bedrängnis. Tapfer allein ist der Mann, welcher das Unglück erträgt.

    Martial

  18. Wer seinen Kindern gibt das Brot und leidet nachmals selber Not, den soll man schlagen mit der Keule tot.

  19. Das Finden seiner selbst in dunklen Tagen ist meistens mehr Glücksache, als die Menschen gewöhnlich eingestehen wollen.

    Gottfried Keller

  20. Elender ist nichts als der behagliche Mensch ohne Arbeit, das Schönste der Gaben wird ihm Ekel.

    Johann Wolfgang von Goethe