Sprüche über Elend
128 Sprüche — Seite 7
Elend bezeichnet jene Lage, in der Not, Demütigung und Aussichtslosigkeit sich zu einer bedrückenden Gesamterfahrung verdichten. Es betrifft nicht nur äußeren Mangel, sondern ebenso die Erschöpfung der Seele, wenn selbst Hoffnung schwerfällt. Deshalb ist dieses Thema von schmerzhafter sozialer und menschlicher Schwere.
Seine Tiefe liegt darin, dass Elend selten nur den Einzelnen betrifft, sondern auch den Zustand einer Gemeinschaft sichtbar macht. Wo Mitgefühl, Gerechtigkeit und Hilfe fehlen, wächst es nicht nur aus Umständen, sondern auch aus Gleichgültigkeit.
Gewalt und Druck über sich macht gewiss weniger Elend als Leere, innere Leerheit.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Wir wären elend, wenn nicht aus Kleinigkeiten unsere Glückseligkeit zusammengesetzt wär!
— Friedrich von Schlegel
Ich habe nie ausschließlich über Geld nachgedacht,sondern eher geglaubt, dass wir geboren sind um glücklich zu sein, wobei der sicherste Weg sich elend zu fühlen, ist, den Wert des Geldes zu überschät …
— Mary Seacole
Tränen sind kein Zeichen der Schwäche. Sie reinigen die Seele von Schwermut und Pein.
Für die größten Tragödien, welche Leidenschaft und Niedertracht in der Welt aufführen, kann nur ein Gott den Humor aufbringen.
— August Pauly
Dem Elend wolle nie mit Spötterworten nahen. Wer glaubte wohl sein Glück von ewigem Bestand?
— August Lafontaine
Der Krieg ist unausbleiblich vom Elend ebensowohl vom Ruhm gefolgt.
— George Canning
Die Wirklichkeit ist nie so quälerisch als die Gedankenwelt.
— Max Dauthendey