Sprüche über Entscheidung
721 Sprüche — Seite 29
Zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit steht oft nur ein einziger Moment der Entscheidung. In ihm verdichtet sich, was ein Mensch will, wovor er zurückschreckt und wofür er Verantwortung übernimmt. Darum gehört dieses Thema zu den entscheidenden Prüfsteinen von Charakter, Reife und innerer Klarheit.
Nicht jede Wahl ist laut oder sichtbar, doch jede hinterlässt eine Richtung im Leben. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Freiheit und Folgen miteinander verbunden sind und warum Zögern ebenso prägend sein kann wie Handeln, wenn es darum geht, den eigenen Weg zu bestimmen.
Die Freiheit der Meinung setzt voraus, dass man eine hat
— Christian Johann Heinrich Heine
Während sich auf anderen Gebieten Irrtümer bisweilen wieder gutmachen lassen, ist dies bei Fehlern, die man im Kriege begeht, unmöglich, weil sie sich sogleich rächen.
— Nicolaus Machiavelli
Nimm gegenüber Wandel und Beständigkeit die gleiche Haltung ein, und nichts wird deine Klarheit trüben
— Laotse
Sorgen sind meist von der Nesseln Art, sie brennen, rührst du sie zart; fasse sie nur an herzhaft, so ist der Griff nicht schmerzhaft.
— Franz Emanuel August Geibel
Unbeteiligtsein führt dazu, der Dinge wahres Wesen zu erfassen; Ruhigsein - dem Fluss des Bewegten die rechte Richtung zu geben.
Ruhig sein - dem Strom der Zeit die rechte Richtung geben.
Die Tradition ist eine Ausdehnung des Wahlrechts. Tradition ist die Demokratie der Toten.
— Gilbert Keith Chesterton
Alles, was in der Welt verdorben worden ist, das ist aus guten Gründen verdorben worden.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Es gibt für den charakterfesten Mann kein überzeugenderes Mittel, dass er das rechte getroffen, als wenn ein gewisses Gesindel darüber vor Ärger fast bersten möchte.
— Georg Friedrich Rudolph Herwegh
Über Sieg und Niederlage entscheiden fünf Minuten
— Horatio Nelson
Wenn sich die Mehrheit zur richtigen Ansicht bekehrt, dann sicherlich aus den falschen Gründen.
— Philip Chesterfield
Die Größe menschlicher Handlungen ist nach der Absicht zu bemessen, aus der sie entspringen.
— Louis Pasteur
Wer Anstoß geben will, muß auch Anstoß erregen können.
— Gustav Walter Heinemann
Die Tat unterscheidet das Ziel vom Traum.
Gerade das Gegenteil tun ist auch eine Nachahmung
— Georg Christoph Lichtenberg
Die Freiheit ist nicht die Willkür, beliebig zu handeln, sondern die Fähigkeit, vernüftig zu handeln.
— Rudolf Virchow
Liebes Töchterchen, damit eine Frau herrscht, muss sie stets den Anschein erwecken, als tue sie immer, was ihr Mann will.
— Honoré de Balzac
Der Mensch sollte alle seine Werke zunächst einmal in seinem Herzen erwägen, bevor er sie ausführt.
— Hildegard von Bingen
Langsam erteilter Rat ist bei weitem der beste, denn wo schnell er gegeben, folgt die Reu auf dem Fuß.
— Lukian
Denke scharf nach und entscheide innerhalb von sieben Atemzügen.