Sprüche über Gerechtigkeit
217 Sprüche — Seite 8
Kaum ein Begriff wird so oft beschworen und so schwer eingelöst wie die Gerechtigkeit. Sie betrifft Verteilung, Urteil, Anerkennung und die tiefe menschliche Erwartung, dass Maßstäbe nicht bloß nach Macht, sondern nach Recht und Würde gesetzt werden. Darum gehört dieses Thema zu den großen moralischen Fragen jeder Gemeinschaft.
Ihre Schwierigkeit liegt darin, dass Gerechtigkeit mehr verlangt als bloße Regelanwendung. Sie braucht Gewissen, Augenmaß und den ernsthaften Willen, dem Einzelnen und dem Ganzen zugleich gerecht zu werden.
Wenn man nur bestimmte Werke der besten Dichter betrachtet, wird man sich versucht fühlen, sie gering zu achten. Um sie gerecht einzuschätzen, muss man alles lesen.
— Marquis de Vauvenargues
Der beste Advokat, der schlimmste Nachbar.
Männern ihre Rechte und nicht mehr; Frauen ihre Rechte und nicht weniger.
— Susan Brownell Anthony
Wer vieles wagt, ist bei den Menschen im Recht. Wer auf das meiste spucken kann, der ist ihr Gesetzgeber, und wer am meisten wagt, genießt die meisten Rechte!
— Fjodor M. Dostojewski
Wahlen sind manchmal die Rache des Bürgers. Der Stimmzettel ist ein Dolch aus Papier
— David Lloyd George
Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muß lange Stiefel haben.
— Wilhelm Busch
Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muss lange Stiefel haben. Habt ihr welche? Habe ich welche? Ach meine Lieben! Lasset uns mit den Köpfen schütteln!
— Wilhelm Busch
Passbilder sind die Rache der Photographen.
— Joachim Ringelnatz
Übt Vorsicht, Menschen, dass nicht Unheil stiften vorschnelle Urteilssprüche
— Dante Alighieri
Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist nur möglich, wenn die Frau sich unterordnet.
— Martial
Nur die allergescheitesten Leute benützen ihren Scharfsinn zur Beurteilung nicht bloß anderer, sondern auch ihrer selbst
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Das Schönste ist, gerecht zu sein, das Beste ist Gesundheit, das Angenehmste, wenn man immer erreicht, was man will.
— Sophokles
Frieden ist nicht Abwesenheit vom Krieg; Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit.
— Baruch de Spinoza
Junggesellen sollten hohe Steuern zahlen. Es ist nicht gerecht, dass einige Männer glücklicher sein sollen als andere.
— Oscar Wilde
Ein Dieb ist nirgends besser als am Galgen
Wo der Zorn den Richter macht, hat Gerechter schon verspielt, Weil der Zorn nicht auf das Recht, sondern auf die Rache zielt.
— Friedrich von Logau
Was recht ist, hat Gott lieb: Wer eine Geiß stiehlt, ist kein Bocksdieb.
Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.
Ein Schaf ist wohl fromm, es grast aber genau.