Sprüche über Hilfe
631 Sprüche — Seite 30
Wer Hilfe empfängt oder gibt, erlebt oft in einem einzigen Augenblick, wie sehr Menschen aufeinander angewiesen sind. In diesem Thema verbinden sich Mitgefühl, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, Verantwortung nicht bloß zu denken, sondern konkret werden zu lassen. Gerade deshalb ist Hilfe nie nur praktisch, sondern immer auch menschlich bedeutsam.
Ihre Würde liegt darin, dass sie Nähe schafft, ohne den anderen kleinzumachen. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie viel Größe in einem beherzten Beistand liegen kann und warum oft nicht die große Lösung, sondern die rechtzeitige Unterstützung über Hoffnung und Verzweiflung entscheidet.
Wer das Laufen erdacht, war ein kluger Mann; es rette aus mancher Not.
— Christoph Lehmann
Es ist für den Reichen viel leichter, Gutes zu tun, als für den Armen, sich vom Bösen fernzuhalten.
— Jean Antoine Petit-Senn
Ein geteilter Kummer verändert sich eben so sehr, wie ein Vergnügen, das nicht geteilt wird.
— Jean Antoine Petit-Senn
Du leidest an einer alten Krankheit? Willst du nicht ein altes Mittel dagegen nehmen?
— Francesco Petrarca
Ein ganz klein wenig Süßes kann viel Bitteres verschwinden lassen
— Francesco Petrarca
Das ist eine scharfe Medizin, die für alle Übel gut ist.
— Sir Walter Raleigh
Es ist ein liebes Gefühl, Gutes tun zu können um des Guten willen, ohne Dank.
— Felicitas Rose
Die Ansicht eines Weisen und den Rat eines Greisen soll man nicht von sich weisen.
— Carl Friedrich von Rumohr
Durch besondere Protektion erhielt schon mancher eine überaus günstige Gelegenheit, sich öffentlich zu blamieren.
— Otto Weiss
Wer hätte es nicht schon erfahren, wie sehr man sich erleichtert fühlen kann durch eine vertrauliche Aussprache, die man nachher bereut.
— Otto Weiss
Wer die Menschen in guten Stunden von sich weist, kann sie in bösen Stunden, die doch für jeden einmal kommen, auch nicht an sich ziehen, und wenn er es mit Haken und Ketten versuchte.
— Ernst von Wildenbruch
Eine Träne zu trocknen ist ehrenvoller, als Ströme von Blut zu vergießen.
— Lord Byron
Man muss sich damit zufriedengeben manchmal zu helfen, häufiger zu bessern, jedoch sei es Aufgabe des Arztes, jeden Fall zu trösten und zu erquicken.
— William Osler
Wohl ihm, dem’s nicht an Freunden fehlt, weh ihm, der zu sehr auf sie zählt!
— Bernhard Freidank
Die blasseste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis.
Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster des Menschen fast ebenso nützen wie seine Tugenden.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Die Liebe gibt uns Kraft, jedes Opfer darzubringen, aber nicht, jedes anzunehmen.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Es gibt nichts, worauf der Mensch nicht zurückgreifen würde, um die wirkliche Arbeit des Denkens zu vermeiden
— Sir Joshua Reynolds
Menschen zu helfen, ist doch der einzige Gottesdienst, den es gibt. Mit nichts kann der Mensch sonst Gott einen Dienst erweisen. Aber damit kann er's wirklich. Damit allein.
— Heinrich Lhotzky
Wer an die Not glaubt und verzagt, den zerdrückt sie von Stund an. Wer an die Hilfe glaubt und nicht verzagt, der zertritt die Not auch von Stund an.
— Heinrich Lhotzky