Sprüche über Tot
237 Sprüche — Seite 3
Wenn Leben erloschen ist, bleibt für die Zurückbleibenden eine Wirklichkeit, die schwer in Worte zu fassen ist. Das Totsein markiert jene endgültige Grenze, an der Bewegung, Stimme und Gegenwart enden und Erinnerung an ihre Stelle tritt. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur das Denken, sondern vor allem das Empfinden.
Seine Schwere liegt in der Unumkehrbarkeit und in der Leere, die danach zurückbleibt. Die Sprüche zu diesem Thema geben dem Blick auf das Ende des Lebendigen eine ernste Sprache und lassen spüren, wie nah Totsein und Erinnerung beieinander liegen.
Es gibt zwei Arten von Abschieden: den einen erlebt man, den andern erleidet man.
Der Tod ist wie ein Horizont, er ist lediglich die Grenze unseres Sehvermögens.
Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen. Lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen, mitten in uns
— Rainer Maria Rilke
Der Mensch lernt, solange er lebt, und stirbt doch unwissend.
Manche Männer, von denen man denkt, sie seien schon lange tot, sind bloß verheiratet.
— Oscar Wilde
Besser in Ehren sterben, als sich durch feige Flucht retten.
— Roald Amundsen
Man sollte wirklich nur die zusammen leben lassen, die ohne einander sterben würden.
— Ludwig Anzengruber
Ich gehe euch voran in den Frieden des Herrn, und dort erwarte ich euch zum ewigen Wiedersehen
— Augustinus
Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhaus errichtetes ewiges Haus im Himmel.
Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben.
Was fängt man mit den zu Tode geredeten Worten an? Es bleibt wohl nur eines: Immer einfacher zu sprechen, denn die Einfachheit widersteht der Zerstörung
— Romano Guardini
Es ist töricht und falsch, die Gestorbenen zu betrauern. Wir sollten lieber Gott danken, dass diese Menschen leben durften.
— George Smith Patton
Wer eine Witwe ins Bett kriegt, kriegt den toten Mann ins Haus.
Nur die Narren und die Toten ändern niemals ihre Meinung.
— James Russell Lowell
Wenn der Schmerz unter unserer Haut vibriert, wenn das Leben einen Teil verliert, wenn das Lachen nicht mehr möglich ist, der Grund ist, dass Du nicht mehr bei uns bist!
Auch Götter sterben, wenn niemand mehr an sie glaubt.
— Jean-Paul Sartre
Wenn eine Ratte sterben will, beißt sie die Katze in den Schwanz.
Wir Menschen bereiten Schmerz schon bei unserem Eintritt in die Welt, und Jammer, wenn wir sie verlassen, und so ist es unsere Schuldigkeit, in der Zwischenzeit das Leiden zu bekämpfen und Freuden zu …
— Georg Ebers
Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen
— Napoleon
Stark wie der Tod ist die Liebe. Auch Wasserfluten löschen sie nicht aus.