Sprüche über Tot
237 Sprüche — Seite 6
Wenn Leben erloschen ist, bleibt für die Zurückbleibenden eine Wirklichkeit, die schwer in Worte zu fassen ist. Das Totsein markiert jene endgültige Grenze, an der Bewegung, Stimme und Gegenwart enden und Erinnerung an ihre Stelle tritt. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur das Denken, sondern vor allem das Empfinden.
Seine Schwere liegt in der Unumkehrbarkeit und in der Leere, die danach zurückbleibt. Die Sprüche zu diesem Thema geben dem Blick auf das Ende des Lebendigen eine ernste Sprache und lassen spüren, wie nah Totsein und Erinnerung beieinander liegen.
Der Geizhals und das Schwein sind zu nichts nütze ehe sie tot sind.
Unsere Herzen sind unendlich traurig. Augenblicke - Erinnerungen an Dich sind unser Trost und bleiben ein wacher Traum, unsere Tränen begleiten Dich
Des einen Tod, des andern Brot
Den Kirchhof deckt die Sünden der Ärzte zu
Die Katze beweint die getötete Maus.
Des Menschen Seele gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es, und immer wieder nieder zur Erde muss es, ewig wechselnd.
— Johann Wolfgang von Goethe
Man stirbt, wie man lebte; das Sterben gehört zum Leben, nicht zum Tod.
— Ludwig Marcuse
Das Leben kann als ein Traum angesehen werden und der Tod als Erwachen.
— Arthur Schopenhauer
Wie gutes Tagwerk frommen Schlummer bringt, so rechtes Leben einen fröhlichen Tod.
— Leonardo da Vinci
Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hilfe bringt, dass wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heilige …
— Martin Luther
Ich scheide endlich aus dieser Welt, wo das Herz entweder zerbrechen oder zu hartem Erz werden muss.
— Nicolas Chamfort
Gelübde beginnen, wenn die Hoffnung tot ist.
— Leonardo da Vinci
Man muss lachen, bevor man glücklich ist, weil man sonst sterben könnte, ohne gelacht zu haben.
— Jean de la Bruyère
Die Ruhe tötet, nur wer handelt, lebt.
— Theodor Körner
Wenn ein Freund geht, muss man die Türe schließen, sonst wird es kalt.
— Bertolt Brecht
Der weisse, stolze Schwan hat wunderbar gesungen, und weinend bin ich an mein Lebensend gedrungen, welch streng und hartes Schicksal, ist ungetröstet sterben. Um mich der Tod will werben, im Tod w …
— Jakob Arcadelt
O schüttle ab den schweren Traum und die lange Winterruh! Es wagt der alte Apfelbaum, Herze - wag's auch du.
— Theodor Fontane
Der Erben Weinen ist nur unterdrücktes Lachen.
— Publius Syrus
Kein Toter ist so begraben wie eine erloschene Leidenschaft
— Marie von Ebner-Eschenbach
Es liegt im Wesen des Akademischen, nur das Tote zu berücksichtigen, ganz sicher ist man nur dessen, was sich nicht mehr rühren kann.
— Ludwig Marcuse