421 Sprüche — Seite 3
Wenn etwas oder jemand Unersetzliches fehlt, findet die Trauer ihren stillen und schweren Platz im Leben. Sie ist nicht bloß Schmerz, sondern auch Ausdruck von Liebe, Bindung und der Unmöglichkeit, einen Verlust einfach hinzunehmen. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Formen menschlicher Wahrhaftigkeit.
In ihr zeigt sich, dass das Herz länger erinnert, als der Alltag es wahrhaben möchte. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Tränen und innerer Leere und geben jener empfindsamen Arbeit der Seele eine eindringliche Sprache.
Mag schwinden das Leben, mag nahen der Tod,Wir können nicht sinken, denn Helfer ist Gott.
— Georg Friedrich Händel
Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.
— Wilhelm Busch
Entfernung ist nichts. Sich nah zu sein ist eine Sache des Herzens.
Bedenkt, dass er eine sehr schöne Zeit gehabt hat, und dass nichts dadurch besser wird, wenn man es tausendmal hat. Nur sehr wenige Menschen sind wirklich je lebendig und die, die es sind, sterben nie …
— Ernest Miller Hemingway
Du hast für mich gesorgt, geschafft, ja sehr oft über deine Kraft. Nun ruhe aus, du gutes Herz, wer dich gekannt, fühlt unseren Schmerz.
Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es Ruhe findet in dir.
— Augustinus
Bewahr' mir ein Erinnern wie einen Lebenskuss. So bleib' ich in der Nähe, auch wenn ich gehen muss. Erzähl' von mir mit Lachen so waren wir ja einst. Erzähl' die tollsten Sachen, auch wenn du n …
Wenn Dir ein Narr erzählt, dass die Seele mit dem Körper zusammen vergeht, und das, was einmal tot ist, niemals wiederkehrt, so sage ihm: Die Blume geht zugrunde, aber der Same bleibt zurück und …
— Khalil Gibran
Herr, in mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht. Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe. Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede. Ich …
— Dietrich Bonhoeffer
Meist belehrt erst der Verlust über den Wert der Dinge.
— Arthur Schopenhauer
Wenn der Tod unsere Augen schließt, werden wir in einem Lichte stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.
— Arthur Schopenhauer
Das Leben besteht aus Leid und Not, der Tod aus Frieden und Freude.
Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.
— Antoine de Saint-Exupéry
Das Licht der Dankbarkeit, ihn so viele Jahre neben sich zu wissen, ist stärker als die Nacht und der Schmerz der Trauer.
In den Herzen derer zu leben, die wir zurücklassen, heißt nicht zu sterben.
Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, kein Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
Der Tod ist ein Ausruhen von Not und Elend.
— Marcus Tullius Cicero
Der Tod ist nur ein Pfeil, der bei der Geburt abgeschossen wird und uns dann trifft.
— Jean Paul
Auf den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit dahin.
— Jean de La Fontaine
Ist der Tod nur ein Schlaf, wie kann dich das Sterben erschrecken? Hast du es je noch gespürt, wenn du des Abends entschliefst?
— Christian Friedrich Hebbel