421 Sprüche — Seite 5
Wenn etwas oder jemand Unersetzliches fehlt, findet die Trauer ihren stillen und schweren Platz im Leben. Sie ist nicht bloß Schmerz, sondern auch Ausdruck von Liebe, Bindung und der Unmöglichkeit, einen Verlust einfach hinzunehmen. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Formen menschlicher Wahrhaftigkeit.
In ihr zeigt sich, dass das Herz länger erinnert, als der Alltag es wahrhaben möchte. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Tränen und innerer Leere und geben jener empfindsamen Arbeit der Seele eine eindringliche Sprache.
Aus Gottes Hand empfing ich mein Leben. Unter Gottes Hand gestalte ich mein Leben. In Gottes Hand gebe ich mein Leben zurück.
— Augustinus
Es ist Zeit, dass wir gehen. Ich, um zu sterben, und ihr, um weiterzuleben.
— Sokrates
...und am Ende meiner Reise hält der Ewige die Hände und er winkt und lächelt leise - und die Reise ist zu Ende.
— Matthias Claudius
Der Tod ist eine Grenze, damit wir nicht endlos leiden müssen
Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.
— Bertolt Brecht
Es ist viel dunkler, wenn ein Stern erlischt, als es sein würde, wenn er nie gestrahlt hätte.
— George Bernard Shaw
Man stirbt nicht, wenn man in den Herzen der Menschen weiterlebt, die man verlässt.
— Samuel Smiles
Wir treten aus dem Schatten bald in ein helles Licht. Wir treten durch den Vorhang vor Gottes Angesicht. Wir legen ab die Bürde, das müde Erdenkleid; sind fertig mit den Sorgen und mit dem letzten …
— Dietrich Bonhoeffer
Erinnerungen, die unser Herz berühren, gehen niemals verloren.
Ihr, die ihr mich so geliebt habt, seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe, sondern auf das, welches ich beginne.
— Augustinus
Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens.
— Friedrich Nietzsche
Wer den Tod fürchtet, hat das Leben verloren.
— Johann Gottfried Seume
Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.
— Annette von Droste-Hülshoff
Sterben ist nichts anderes, als das Umwenden einer Seite im Buch des Lebens. In den Augen der anderen ist es der Tod. Für die aber, die sterben, ist es das Leben.
Wie kann man einen Menschen beweinen, der gestorben ist? Diejenigen sind zu beklagen, die ihn geliebt und verloren haben
— Helmuth James Graf von Moltke
Wir wissen nichts vom Leben, wie könnten wir etwas vom Tod wissen?
— Konfuzius
Bedenke stets, dass alles vergänglich, dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Leid nicht zu traurig sein.
— Sokrates
Steht nicht an meinem Grab und weint, ich bin nicht da, nein, ich schlafe nicht. Ich bin eine der tausend wogenden Wellen des Sees, ich bin das diamantene Glitzern des Schnees, wenn ihr erwacht i …
Und falls ich sterbe bevor du es tust, werde ich zum Himmel gehen und auf dich warten.
Man weiß, dass die akute Trauer nach solch einem Verlust ablaufen wird, aber man wird ungetröstet bleiben, nie Ersatz finden. Alles, was an seine Stelle rückt, und wenn es sie auch ganz ausfüllen soll …
— Sigmund Freud