421 Sprüche — Seite 9
Wenn etwas oder jemand Unersetzliches fehlt, findet die Trauer ihren stillen und schweren Platz im Leben. Sie ist nicht bloß Schmerz, sondern auch Ausdruck von Liebe, Bindung und der Unmöglichkeit, einen Verlust einfach hinzunehmen. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Formen menschlicher Wahrhaftigkeit.
In ihr zeigt sich, dass das Herz länger erinnert, als der Alltag es wahrhaben möchte. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Tränen und innerer Leere und geben jener empfindsamen Arbeit der Seele eine eindringliche Sprache.
Das nämlich ist die wahre Regel des Glaubens, dass wir mitten in der Dunkelheit des Todes doch das Licht des Glaubens wahrzunehmen wissen
— Johannes Calvin
Der Tod ist das Pünktchen auf der letzten Phase unseres Lebens; der Deckel auf dem Topf, in dem es sonst so kochte und brauste
— Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau
Ich gehe euch voran in den Frieden des Herrn, und dort erwarte ich euch zum ewigen Wiedersehen
— Augustinus
Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhaus errichtetes ewiges Haus im Himmel.
Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben.
Das Leben ist eine Reise, die heimwärts führt.
— Herman Melville
Es leitet uns das Schicksal, und die erste Stunde hat schon über die Zeit verfügt, die einem jeden zugemessen ist.
— Seneca
Die Stimme, die uns so vertraut war, schweigt. Der Mensch, der unsere Mitte war, ist nicht mehr da. Was bleibt, sind die Spuren der Liebe, geprägt in den vielen Jahres des gemeinsamen Lebensweges. …
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Ein Ende des Trauern findet, auch wer es nicht mit Absicht gesucht hat, mit der Zeit.
— Seneca
Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass Gott es nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten
— Dietrich Bonhoeffer
Begrenzt ist das Leben - doch unendlich die Erinnerung.
Es ist töricht und falsch, die Gestorbenen zu betrauern. Wir sollten lieber Gott danken, dass diese Menschen leben durften.
— George Smith Patton
Die Zeit, Gott zu suchen, ist dieses Leben. Die Zeit, Gott zu finden, ist der Tod. Die Zeit, Gott zu besitzen, ist die Ewigkeit.
Du weißt erst, was Trauer bedeutet, wenn die eigene Mutter stirbt.
Trösten möchten wir und sagen, dass wir traurig sind und im Leid verbunden. Stumm im Angesicht des Todes teilen wir den Schmerz, die Trauer dieser schweren Stunden.
Wenn der Schmerz unter unserer Haut vibriert, wenn das Leben einen Teil verliert, wenn das Lachen nicht mehr möglich ist, der Grund ist, dass Du nicht mehr bei uns bist!
Die Sonne in Deinem Lachen, die Sonne in Deiner Stimme, die Sonne Deines Wesens, Deine Sonne wird uns fehlen!
Du kamst, du gingst mit leiser Spur, ein flücht'ger Gast im Erdenreich; Woher? Wohin? Wir wissen nur: Aus Gottes Hand in Gottes Hand.
— Ludwig Uhland
Der Tod bedeutet nichts anderes als Leben in rein geistigen, geläutertem, glückseligem Zustand, Befreiung der Seele vom erdenschweren Leid.
— Rudolf von Tavel