266 Sprüche — Seite 4
Nichts, was gelebt wurde, verschwindet ganz spurlos. Die Vergangenheit bleibt in Erinnerungen, Entscheidungen, Verlusten und Prägungen wirksam und begleitet das Gegenwärtige oft stärker, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Deshalb gehört dieses Thema zu den grundlegenden Dimensionen menschlicher Selbstdeutung.
Wer zurückblickt, sucht nicht nur Tatsachen, sondern auch Zusammenhang und Sinn. Vergangenheit kann belasten, trösten oder klären und fordert dazu auf, zwischen Festhalten und Loslassen das rechte Maß zu finden.
Unendlich ist der Vergangenheit und der Zukunft Zeit; die Zeit der Gegenwart ist begrenzt.
— Zenon von Kition
Der Fortschritt besteht nicht darin, das Gestern zu zerstören, sondern dessen Essenz zu bewahren, die ja die Kraft hatte, das Heute zu schaffen
— José Ortega y Gasset
Wer Angst hat vor der Zukunft, hat in der Vergangenheit nicht richtig gelebt.
Wer sich an seine eigene Kindheit nicht deutlich erinnert, ist ein schlechter Erzieher.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Ich liebe Männer mit Zukunft und Frauen mit Vergangenheit.
— Oscar Wilde
Die Geschichte ist nicht viel mehr als eine Aufzählung der Verbrechen, Narrheiten und Unglücksfällen der Menschheit.
— Edward Gibbon
Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft.
— Buddha
Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder!
— Bertha Freifrau von Suttner
Nur der ist arm, der die kahlen Wände seines Herzens nicht schmücken kann mit Bildern schöner Erinnerungen
— Johann Nepomuk Nestroy
Nicht was wir gestern waren, sondern was wir morgen zusammen sein werden, vereinigt uns zum Staat.
— José Ortega y Gasset
Gegenwart und Vergangenheit lassen sich nicht vergleichen.
Ein kommender Tag scheint länger als ein vergangenes Jahr.
Um der Zukunft willen soll der Mensch die Vergangenheit hochhalten.
— Jeremias Gotthelf
Zukunft ist etwas, das die Menschen erst lieben, wenn es Vergangenheit geworden ist.
— William Somerset Maugham
Was gestern absurd schien, wird heute allgemein geglaubt und ist morgen banal
— Daniel Spitzer
Die Bücher der Alten sind für die Autoren, die neuen für die Leser geschrieben.
— Charles-Louis de Montesquieu
Würden sich die Menschen um das Vergessen nur halb soviel bemühen wie um das Erinnern, wäre die Welt schon längst ein friedliches Paradies.
— Jean Anouilh
Was der Mensch sei, sagt ihm die Geschichte.
— Wilhelm Dilthey
Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.
— Friedrich von Schiller
Das muss ein Esel sein, der mit fünfzig Jahren noch dieselben Anschauungen hat wie vor zwanzig Jahren.
— Otto von Bismarck