266 Sprüche — Seite 2
Nichts, was gelebt wurde, verschwindet ganz spurlos. Die Vergangenheit bleibt in Erinnerungen, Entscheidungen, Verlusten und Prägungen wirksam und begleitet das Gegenwärtige oft stärker, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Deshalb gehört dieses Thema zu den grundlegenden Dimensionen menschlicher Selbstdeutung.
Wer zurückblickt, sucht nicht nur Tatsachen, sondern auch Zusammenhang und Sinn. Vergangenheit kann belasten, trösten oder klären und fordert dazu auf, zwischen Festhalten und Loslassen das rechte Maß zu finden.
Man muß die Zukunft im Sinn haben und die Vergangenheit in den Akten
— Charles de Talleyrand
Viel Obst ist ungesund; wir kauen alle dran, was eines Apfels Kost für Leid uns angetan.
— Friedrich von Logau
Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind, muss auch kein Blick zurück mehr fallen! Was getan ist, ist getan und bleibt's.
— William Shakespeare
Zwecklos ist es, über Dinge, die geschehen sind, zu reden. Zwecklos ist es, bei Dingen, die im Laufen sind, zu mahnen. Zwecklos ist es, zu tadeln, was vergangen ist.
— Konfuzius
Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.
— Konrad Adenauer
Die Gelehrten und die Pfaffen streiten sich mit viel Geschrei, was hat Gott zuerst erschaffen - wohl die Henne, wohl das Ei! Wäre das so schwer zu lösen - erstlich ward ein Ei erdacht, doch weil …
— Eduard Mörike
Es hat noch keinen grossen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben
— Seneca
Viel mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn ich gedenke in ihr zu leben
— Albert Einstein
Die Kinder kennen weder Vergangenheit noch Zukunft, und - was uns Erwachsenen kaum passieren kann - sie genießen die Gegenwart.
— Jean de la Bruyère
Los zu werden den alten Zopf ist ein vernünftig Begehren, aber wer wird darum den Kopf gleich rattenkahl sich scheren!
— Franz Emanuel August Geibel
Die individuelle Freiheit ist kein Kulturgut. Sie war am größten vor jeder Kultur.
— Sigmund Freud
Der Mensch hat am Menschen kein Eigentumsrecht, noch eine Generation an der nachfolgenden.
— Thomas Paine
Die Vergangenheit ist wie ein Teppich. Man kann auf ihm schreiten oder auf ihm ausrutschen.
— John Steinbeck
Die harte Arbeit von hundert Jahren kann in einer Stunde zerstört sein
Ich halte mir Tag für Tag hundertmal vor Augen, dass sich mein Tun und Trachten auf die Arbeit anderer Menschen, lebender und toter, stützt und dass ich mich sehr anstrengen muß, um genauso viel zu …
— Albert Einstein
Vergeude keine frischen Tränen für alten Kummer.
— Euripides
Antiquitäten sind Sachen von gestern nach dem Geschmack von heute zu den Preisen von morgen.
— Joseph Pulitzer
Zu allen Zeiten haben die Kleinen für die Dummheit der Grossen büßen müssen.
— Jean de La Fontaine
In früheren Zeiten bediente man sich der Folter. Heutzutage bedient man sich der Presse. Das ist gewiss ein Fortschritt.
— Oscar Wilde
Der Mensch muss die Kraft haben und von Zeit zu Zeit anwenden, eine Vergangenheit zu zerbrechen und aufzulösen, um leben zu können.
— Friedrich Nietzsche