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Sprüche über Beruf

211 Sprüche — Seite 10

Wenn Arbeit und innere Berufung zusammenfallen, gewinnt das Tun eine Tiefe, die über bloßen Broterwerb hinausgeht. Der Beruf bietet Gestaltungsraum, Identität und jene tägliche Herausforderung, an der Charakter und Können sichtbar werden. Deshalb gehört dieses Thema zu den prägenden Dimensionen eines gelungenen Lebens.

Seine Würde zeigt sich dort, wo Menschen mehr in ihre Arbeit einbringen als das Nötigste. Wer seinen Beruf mit Sorgfalt, Können und innerer Beteiligung ausübt, hinterlässt Wirkung – und erfährt darin oft auch das Gefühl, am rechten Platz zu sein.

  1. Ein Handwerk, ein täglicher Gülden.

  2. Ein Hirt muss seine Schafe kennen.

  3. Was dem Hirten zuleide geschieht, geschieht den Schafen zum Schaden.

  4. Ein guter Hirte schiert seine Schafe, ein übler zieht ihnen das Fell ab.

  5. Wenn die Hirten sich zanken, hat der Wolf gewonnen Spiel.

  6. Wenn der Hirt nicht mehr Freiheit hätte als das Schaf, so müsste er auch Gras essen.

  7. Meisterssohn bringt das Recht mit sich.

  8. Es ist noch nicht auf der Mühle, was zum Osterkuchen werden soll.

  9. Wenn der Mühlgraben trocken steht, ist auch der Mehlkasten leer.

  10. Ich sehe so tief in einen Mühlstein als ein anderer.

  11. Für Müllers Henne, Bäckers Schwein und der Witfrau Knecht soll man nicht sorgen.

  12. Übler Pförtner, der alles einlässt.

  13. Richter sollen zwei gleiche Ohren haben.

  14. Richter, steh dem Rechte bei, denk, dass ein Richter ob dir sei.

  15. Ein Chemiker, der kein Physiker ist, ist gar nichts

    Robert Bunsen

  16. Die Arbeit gleicht manchmal dem Angeln in Gewässern, in denen noch nie Fische gewesen sind.

    Jules Renard

  17. Oh Bauernstand, oh Bauernstand, du liebster mir von allen!

    Max von Schenkendorf

  18. Glücklich, wer seinen Beruf erkannt hat. Er verlange nach keinem andern Glück!

    Thomas Carlyle

  19. Nationalcharakter ist der göttliche Beruf einer Nation.

    Friedrich Julius Stahl

  20. Es gibt kaum einen menschlichen Beruf, der so alles Untüchtige ausstößt wie der des Seemanns.

    Heinrich von Treitschke