27 Sprüche — Seite 12
Wenn Arbeit und innere Berufung zusammenfallen, gewinnt das Tun eine Tiefe, die über bloßen Broterwerb hinausgeht. Der Beruf bietet Gestaltungsraum, Identität und jene tägliche Herausforderung, an der Charakter und Können sichtbar werden. Deshalb gehört dieses Thema zu den prägenden Dimensionen eines gelungenen Lebens.
Seine Würde zeigt sich dort, wo Menschen mehr in ihre Arbeit einbringen als das Nötigste. Wer seinen Beruf mit Sorgfalt, Können und innerer Beteiligung ausübt, hinterlässt Wirkung — und erfährt darin oft auch das Gefühl, am rechten Platz zu sein.
Es ist noch nicht auf der Mühle, was zum Osterkuchen werden soll.
Wenn der Mühlgraben trocken steht, ist auch der Mehlkasten leer.
Ich sehe so tief in einen Mühlstein als ein anderer.
Für Müllers Henne, Bäckers Schwein und der Witfrau Knecht soll man nicht sorgen.
Übler Pförtner, der alles einlässt.
Richter sollen zwei gleiche Ohren haben.
Richter, steh dem Rechte bei, denk, dass ein Richter ob dir sei.
Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
Wenn der Bauer nicht muss, rührt er weder Hand noch Fuß.
Wenn sich der Bauer nicht bückt, so ackert er nicht gut.
Wird der Bauer ein Edelmann, so guckt er den Pflug mit Brillen an.
Der Bauer bleibt ein Bauer, auch wenn er schläft bis Mittag.
Besser ein gesunder Bauer denn ein kranker Kaiser.
Ein Chemiker, der kein Physiker ist, ist gar nichts
— Robert Bunsen
Die Arbeit gleicht manchmal dem Angeln in Gewässern, in denen noch nie Fische gewesen sind.
— Jules Renard
Es gibt kaum einen menschlichen Beruf, der so alles Untüchtige ausstößt wie der des Seemanns.
— Heinrich von Treitschke
Auch Rechtsanwälte, glaube ich, waren einst Kinder.
— Charles Lamb