Sprüche über Dummheit
451 Sprüche — Seite 15
Nichts wirkt zugleich so unerquicklich und so dauerhaft gegenwärtig wie die Dummheit. Sie zeigt sich nicht nur im Mangel an Wissen, sondern vor allem in Selbstgewissheit, Lernunwillen und der Weigerung, die eigene Begrenzung überhaupt wahrzunehmen. Darum ist dieses Thema seit jeher ein Feld für Spott, Kritik und ernste Menschenkenntnis.
Besonders entlarvend wird sie dort, wo Lautstärke den Platz von Einsicht einnimmt. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten die komischen und gefährlichen Seiten menschlicher Unvernunft und machen deutlich, warum fehlende Klugheit selten harmlos bleibt.
Seien wir froh, daß es Dumme gibt. Ohne sie könnten wir übrigens es nie zu etwas bringen.
— Mark Twain
Gesellschaft braucht der Tor, und Einsamkeit der Weise.
— Friedrich Rückert
Ein gerader Mensch scheut nicht die freundschaftlichen Geschwätze, die aus dem Rausche hervorgehen.
— Jean-Jacques Rousseau
Wenn die Männer die Schönheit einer Frau mehr schätzen als ihre Intelligenz, so hat das seinen Grund darin, dass es mehr Dummköpfe gibt als Blinde.
Die Hindernisse rühren nicht so sehr daher, dass der Geist leer ist von Wissen, sondern daher, dass er voll ist von Vorurteilen.
— Pierre Bayle
Die gröblichste Torheit ist doch, sich nach einem Glockenschlag zu richten statt nach Bedürfnis und Verstand.
— Francois Rabelais
Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise. Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise.
— Friedrich Rückert
Kein Mann ist so dumm, den Krieg herbeizuwünschen und nicht den Frieden; denn im Frieden tragen die Söhne ihre Väter zu Grabe und im Krieg die Väter ihre Söhne.
— Herodot von Halikarnassos
Der Mangel an Bildung bringt die Unverschämtheit hervor, doch die vernünftigen Überlegungen das Zaudern.
— Perikles
Wenn einer Geld hat, darf er so dumm sein wie er will
— Ovid
Auch dem Narren ist einmal ein Einfall vergönnt, wenn er tausend Mal nachdenkt.
Ein gutes Zitat ist ein Diamant am Finger eines geistreichen Menschen und ein Pflasterstein in der Hand eines Narren.
— Joseph Roux
Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
— Christian Johann Heinrich Heine
Alter schützt vor Torheit nicht
Nur der Dumme sucht das Glück in der Ferne. Der Kluge läßt es unter seinen Füßen sprießen.
Es ist töricht zu fallen in der Hoffnung, jemand zu finden, der einem wieder aufhilft.
— Nicolaus Machiavelli
Der Intellekt ist bei den allermeisten eine schwerfällige, finstere und knarrende Maschine, welche übel in Gang zu bringen ist.
— Friedrich Nietzsche
Mancher ist leicht zu täuschen, nicht weil er dümmer, sondern weil er besser ist als der Täuschende.
— Peter Sirius
Der Wunsch, klug zu erscheinen, verhindert oft, es zu werden.
— François de la Rochefoucauld
Nur ein Taugenichts oder ein völlig Unfähiger kann behaupten, er habe keine Beschäftigung gefunden.
— Leo Tolstoi