Sprüche über Dummheit
451 Sprüche — Seite 19
Nichts wirkt zugleich so unerquicklich und so dauerhaft gegenwärtig wie die Dummheit. Sie zeigt sich nicht nur im Mangel an Wissen, sondern vor allem in Selbstgewissheit, Lernunwillen und der Weigerung, die eigene Begrenzung überhaupt wahrzunehmen. Darum ist dieses Thema seit jeher ein Feld für Spott, Kritik und ernste Menschenkenntnis.
Besonders entlarvend wird sie dort, wo Lautstärke den Platz von Einsicht einnimmt. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten die komischen und gefährlichen Seiten menschlicher Unvernunft und machen deutlich, warum fehlende Klugheit selten harmlos bleibt.
Tadeln können zwar die Toren, aber klüger handeln nicht.
— August Friedrich Langbein
Was sich ein Narr in den Kopf gesetzt, das hält wie eine Schrift, die man in Marmor ätzt.
— Magnus Gottfried Lichtwer
Ein Tor, der kein Wort sagt, unterscheidet sich nicht von einem Gelehrten, der still ist.
— Jean-Baptiste Molière
Nur Dummköpfe und Fanatiker haben überhaupt keinen Humor.
— Charles de Talleyrand
Jedermann ist täglich fünf Minuten ein Narr. Es kommt darauf an, die Grenze nicht zu überschreiten.
— Elbert Green Hubbard
Die Einfachheit des Geistes ist Dummheit, die des Herzens Unschuld.
— Giacomo Casanova
Jede Reform, wie notwendig sie auch sein mag, wird von schwachen Geistern so übertrieben werden, daß sie selbst der Reform bedarf.
— Samuel Taylor Coleridge
Die Dummheit des Mannes erkennt man an seinen Worten, die der Frau an ihrem Schweigen. Eine stumme Frau ist dumm, ein schweigsamer Mann kann für bedeutend gehalten werden.
— Sully Prudhomme
Für die Unwissenden ist das Alter die Zeit des Winters. Für die Weisen ist es die Zeit der Ernte.
— James Beattie
Ich bin immer töricht gewesen, an das Gute im Menschen zu glauben.
— Paul Gauguin
Von zwei Narren hält der größere den kleineren für den größeren
— Emil Gött
Die Unwissenheit ist eine Nacht ohne Mond und ohne Sterne!
Niemand vermag zu sagen, wie viele politische Dummheiten durch Mangel an Geld verhindert worden sind
— Charles de Talleyrand
Es gibt keine guten und bösen Menschen, sondern nur Weise und Toren.
Die einzige Grenze für unser Wissen bildet das Nichtwissen.
— Rudolf Virchow
Halte die Spiele der Kinder heilig und störe sie nicht. Denn in ihnen ist weder Torheit noch Müßiggang.
— Frank Wedekind
Hinter allem menschlichen Leid türmen sich Berge von Unwissenheit, riesige schwarze Wolken falschen Denkens, gespenstische Schwäche des Fleisches.
— John Knittel
Aktionäre sind dumm und frech: Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie Dividende haben wollen.
— Carl Fürstenberg
Ein Dummkopf hat mehr Einfälle, als ein Weiser vorhersehen kann
— Joseph Conrad
Wer ist so blödsinnig, dass er die Wahrheit nicht erkennen, wer so neidisch, dass er die erkannte Wahrheit nicht mitteilen möchte?
— Johann Georg Adam Forster