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Sprüche über Erinnerung

465 Sprüche — Seite 11

Was vergangen ist, verschwindet nicht einfach, sondern lebt in der Erinnerung in neuer Form weiter. Sie bewahrt Stimmen, Gesichter, Schmerzen und Glücksmomente und verbindet damit Gegenwart und Vergangenheit auf eine Weise, die kein Besitz ersetzen kann. Deshalb gehört dieses Thema zu den innigsten Bereichen menschlichen Erlebens.

In stillen Augenblicken zeigt sich, wie sehr Erinnerung trösten, schmerzen und Identität stiften kann. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene innere Spurensammlung in Worte, durch die Menschen und Zeiten nicht ganz verloren gehen.

  1. Die Liebe ist ein Kind der Ewigkeit. Sie verwischt die Erinnerung an den Anfang und nimmt die Angst vor dem Ende.

    Germaine Madame de Stael

  2. Man fragt die Kinder groß nicht, was sie klein getragen haben.

  3. Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit sechzig zehnmal so reich sind, als sie es mit zwanzig waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich.

    George Bernard Shaw

  4. Wer längst Vergangenes in der Gegenwart aufsuchen möchte, setzt sich meist einer großen Enttäuschung aus.

    Wilhelm Busch

  5. Ein guter, edler Mensch, der mit uns gelebt, kann uns nicht genommen werden, er lässt eine leuchtende Spur zurück gleich jenen erloschenen Sternen, deren Bild noch nach Jahrhunderten die Erdbewohn …

    Thomas Carlyle

  6. Gedenke nah, gedenke fern, gedenke immer oft und gern, gedenke auch in späteren Jahren, wie gerne wir zusammen waren.

  7. Man sieht sich und lernt sich kennen, man kennt sich und muss sich trennen, man trennt sich, doch nicht für immer, man scheidet, doch vergißt sich nimmer.

  8. Wer ein schlechtes Gedächtnis hat, wird nicht darum herum kommen, seine Fehler zu wiederholen.

  9. Wenn einer eine Blume liebt, die es nur ein einziges Mal gibt auf allen Millionen und Millionen Sternen, dann genügt es ihm völlig, dass er zu ihnen hinaufschaut, um glücklich zu sein.

    Antoine de Saint-Exupéry

  10. Wir sind froh, dass wir ihn hatten. Wir sind traurig, dass er uns genommen wurde. Wir sind dankbar, dass wir bei seinem Abschied nicht einsam sein mussten.

  11. Man sollte die Farbe des Lebens in sich aufnehmen, sich aber nie an Einzelheiten erinnern. Einzelheiten sind immer gewöhnlich.

    Oscar Wilde

  12. Um zu komponieren braucht man sich nur an eine Melodie zu erinnern, die noch niemandem eingefallen ist

    Robert Schumann

  13. Du kannst Tränen vergießen, weil sie gegangen ist, Du kannst lächeln, weil sie gelebt hat, Du kannst die Augen schließen und von ihr träumen, Du kannst die Augen öffnen und sehen, was sie hinterl …

  14. Wer aus seiner Heimat scheidet, ist sich selten bewusst, was er alles aufgibt: Er merkt es vielleicht erst dann, wenn die Erinnerung daran eine Freude seines späteren Lebens wird.

    Gustav Freytag

  15. Über große Demütigungen trösten wir uns selten - wir vergessen sie.

    Marquis de Vauvenargues

  16. Glücklich, wer auf seinem Pfad einen Freund gefunden hat!

  17. Wir müssen nicht klagen, dass alles vergänglich sei. Das Vergänglichste, wenn es wahrhaft berührt, weckt in uns ein Unvergängliches.

    Christian Friedrich Hebbel

  18. Sei brav wie ein Engel, dann hat man dich lieb, und denk an den Bengel, der dir das schrieb.

  19. Dass wir erschraken, da du starbst, nein, dass dein starker Tod uns dunkel unterbrach, das Bisdahin abreißend vom Seither: das geht uns an; das einzuordnen wird die Arbeit sein, die wir mit allem …

    Rainer Maria Rilke

  20. Blumen hinterlassen eine Spur ihres Duftes in der Hand dessen, der sie verschenkt. Und sorgen für Freude beim Schenker, der später noch gerne an dich denkt.