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Sprüche über Erinnerung

465 Sprüche — Seite 22

Was vergangen ist, verschwindet nicht einfach, sondern lebt in der Erinnerung in neuer Form weiter. Sie bewahrt Stimmen, Gesichter, Schmerzen und Glücksmomente und verbindet damit Gegenwart und Vergangenheit auf eine Weise, die kein Besitz ersetzen kann. Deshalb gehört dieses Thema zu den innigsten Bereichen menschlichen Erlebens.

In stillen Augenblicken zeigt sich, wie sehr Erinnerung trösten, schmerzen und Identität stiften kann. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene innere Spurensammlung in Worte, durch die Menschen und Zeiten nicht ganz verloren gehen.

  1. Von allen Frauen, deren Charme ich erlegen bin, habe ich hauptsächlich Augen und Stimme in Erinnerung.

    Marcel Proust

  2. Um hoch fliegen zu können, muss man die Körner am Boden vergessen.

  3. Kein großer Mensch hinterlässt uns von sich ein verschwommenes Bild, sondern ein scharfes und sehr bestimmtes.

    André Gide

  4. Ein Ton aus unserer Jugendzeit wird oft zur Dominante für das ganze Leben.

    Peter Sirius

  5. Die blasseste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis.

  6. Und nur Abwechslung gibt dem Leben Reiz und lässt uns seine Unerträglichkeit vergessen.

    Christian Dietrich Grabbe

  7. Bücher sind nicht Denkmäler der Vergangenheit, sondern Waffe der Gegenwart.

    Heinrich Laube

  8. Lasst die anderen von vergangenen Zeiten schwärmen. Ich bin froh, in diesen Zeiten zu leben!

    Ovid

  9. Die Tage der Vergangenheit überdecken allmählich alle, die auch ihnen noch vorausgegangen sind, und werden ihrerseits wiederum unter denen begraben, welche auf sie folgen.

    Marcel Proust

  10. Ein Kopf ohne Gedächtniskraft ist eine Festung ohne Besatzung.

    Napoleon

  11. Ach, die liebe Wintersonne! Sie ist traurig wie eine glückliche Erinnerung.

    Gustave Flaubert

  12. Alles Wissen ist Erinnerung.

    Thomas Hobbes

  13. Das Gedächtnis ist so kurz und das Leben so lang.

    Honoré de Balzac

  14. Doppelt gewinnt, wer vergißt, was verloren.

    Franz Grillparzer

  15. Man muss die Menschen so belehren, als ob man sie nicht belehrte, und unbekannte Dinge vortragen, als seien sie nur vergessen

    Alexander Pope

  16. Selbst Kleider aus guten Perioden des Lebens sollten nicht verwahrt werden, denn man soll in altes Glück nicht zurück kriechen. Es ist somit Kraftvergeudung, alte Kleider zu tragen, sich mit seinen ei …

    Prentice Mulford

  17. Wer vergißt, schafft Raum für neue Gedanken, daher für neues Leben.

    Prentice Mulford

  18. Es gibt Tausende von Dingen, Ereignissen, Szenen in jedem, auch dem glücklichsten Leben, die viel besser vergessen wären; am meisten wohl die „glücklichen Erinnerungen“ - weil auch Glück ranzig wird.

    Prentice Mulford

  19. Lerne zu vergessen, was nutzlos ist, und erinnere dich mit Liebe an alles Schöne

    Francesco Petrarca

  20. Über die Torheiten unserer Jugend erröten wir nicht, aber über die Torheiten unseres Alters.

    Edward Young