785 Sprüche — Seite 54
Manche Augenblicke tragen mehr Licht in sich als ganze lange Phasen der Gewöhnung, und genau darin zeigt sich die Freude. Sie macht das Leben nicht oberflächlich, sondern verleiht ihm Leichtigkeit, ohne seine Tiefe zu leugnen. Als gemeinschaftliches Gefühl, innerer Aufschwung und stilles Geschenk bleibt sie unverzichtbar.
Besonders kostbar wird sie, wenn sie nicht festgehalten, sondern geteilt wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Freude mit Dankbarkeit, Offenheit und Gegenwart verbunden ist und warum sie oft gerade dann am wahrsten erscheint, wenn sie unverstellt und ohne Anspruch erlebt wird.
Wer sein Glück nur in Träumen findet, passt nicht zu wirklichen Freuden.
— Johann Nepomuk Nestroy
Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.
Gekaufte Freuden, die eine gähnende Leere ausfüllen sollen, sind wachsende Ungeheuer.
— Else Pannek
Freude ist wie das Erblühen einer Knospe, ein Sonnenaufgang, ein erfrischender Quell auf der Wanderung.
— Else Pannek
Zu viel verschenkt, wer selber Freude braucht.
— Else Pannek
Der Fehler der Freude ist, dass sie zu Ende geht.
Ein schwanzloser Hund kann seine Freude nicht äußern.
Wenn der Wein nicht wäre, müsste aus der Menschenwelt jede Liebeslust und jede Freude schwinden.
— Euripides
Freude liegt nicht in den Dingen. Sie liegt in uns selbst.
— Richard Wagner
Freude hat keine Familie, aber Leiden hat Frau und Kinder
Freude kommt aus dem Willen, der sich abmüht, Hindernisse überwindet, triumphiert
— William Butler Yeats
Wann ist die Freude am größten? Wenn du das Gewünschte erreichst.
— Thales von Milet
Der Mensch bringt aus seinem Innern wie aus einer Quelle Lust und Freude in sein Leben.
— Plutarch
Die Freuden des Geistes sind Heilmittel gegen die Wunden des Herzens
— Germaine Madame de Stael
Wenn die Sonne ihre Strahlen verbirgt, zieht auch die Welt ihre Freude zurück
— Hildegard von Bingen
Die Tat ist die Blüte des Gedanken und Freud und Leid sind seine Früchte; der Mensch erntet somit sowohl die süßen wie auch die bitteren Früchte seiner eigenen Lebensführung.
— James Allen
Männliche Dummheit bereitet mir größtes Vergnügen, Gott sei Dank ist das eine schier unerschöpfliche Quelle der Unterhaltung.
— Mary Wortley Montagu
Genießen wir, was uns der Tag beschert! Wer weiß, ob solch ein Tag uns wiederkehrt.
— Hafis
Was dem Menschen leicht wird, pflegt er gern zu tun.
— Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz
Die Liebe zum Gärtnern ist eine Saat, die einmal gesät niemals stirbt
— Gertrude Jekyll