Sprüche über Glück
1314 Sprüche — Seite 18
Kaum ein Wort klingt heller und entzieht sich zugleich so beharrlich jeder festen Definition wie das Glück. Für manche liegt es in einem flüchtigen Augenblick, für andere in tiefer Zufriedenheit oder im stillen Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Eben diese Vieldeutigkeit macht seinen Zauber und seine Schwierigkeit aus.
Wer genauer hinsieht, entdeckt darin kein bloßes Geschenk des Zufalls, sondern auch eine Frage der Wahrnehmung und inneren Haltung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen die vielen Gesichter des Glücks und machen sichtbar, warum es oft dort aufscheint, wo Erwartung, Dankbarkeit und Gegenwart ineinanderfinden.
Das Leben ist zu kurz für die Glücklichen und zu lang für die Unglücklichen.
— Apollonius von Rhodos
Dreie leben friedlich, wenn zweie nicht zu Hause sind
Dem Glück ist niemand stark genug
Das Glück ist blind, heißt es, aber diejenigen, die ihm hinterherlaufen, sind auch blind. So ist Fortuna denn die Blinde unter den Blinden.
— Christian Friedrich Hebbel
Höhepunkt des Glücks ist es, wenn der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.
— Erasmus von Rotterdam
Der Mensch ist heute nur aktiver geworden, aber nicht glücklicher, als er vor sechstausend Jahren gewesen ist
— Edgar Allan Poe
Wer glücklich ist, kann andere glücklich machen - wer's tut, vermehrt sein eigenes Glück.
— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Eine Frau ist nicht immer glücklich mit dem, den sie liebt. Aber sie ist immer unglücklich mit dem, den sie nicht liebt
— Claude Tillier
Freud und Leid sind einander zur Ehe gegeben
Das vollkommene Glück ist unbekannt; für den Menschen ist es nicht geschaffen.
— Voltaire
Wo Glück aufgeht, da geht Demut unter
Des Menschen Glück ist nicht an seine Kraft, sondern an seine Laune geknüpft.
— Christian Friedrich Hebbel
Alles, was die Seele durcheinanderrüttelt, ist Glück
— Arthur Schnitzler
Selbst in kleinsten Tautropfen kann sich die ganze Sonne widerspiegeln.
Ein ungestörtes Glück verlangen, heißt Mondeslicht mit Netzen fangen, den Sonnenstrahl mit Ketten fesseln und Rosen fordern von den Nesseln.
— Otto von Leixner
Mehr Glück als Verstand.
Mir kommt es immer vor, dass die Art- wie man die Ereignisse des Lebens nimmt - ebenso wichtigen Anteil an unserem Glück und Unglück hätte als diese Ereignisse selbst.
— Wilhelm von Humboldt
Das Glück ist eine Frage des Ausgeschlafenseins. Verschlafe, wenn du Talent hast, die volle Hälfte deines Lebens, du wirst dann die andere doppelt gelebt haben.
— Carl Ludwig Schleich
Es ist nichts widerwärtiger als ein Dummkopf, der Glück hat.
— Marcus Tullius Cicero
Hast du Glück in der Faust, so halte sie fest zu, denn es ist sehr schlüpfrig und lässt sich nicht gern wider Willen halten.
— Julius Wilhelm Zincgref