Sprüche über Glück
1314 Sprüche — Seite 18
Kaum ein Wort klingt heller und entzieht sich zugleich so beharrlich jeder festen Definition wie das Glück. Für manche liegt es in einem flüchtigen Augenblick, für andere in tiefer Zufriedenheit oder im stillen Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Eben diese Vieldeutigkeit macht seinen Zauber und seine Schwierigkeit aus.
Wer genauer hinsieht, entdeckt darin kein bloßes Geschenk des Zufalls, sondern auch eine Frage der Wahrnehmung und inneren Haltung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen die vielen Gesichter des Glücks und machen sichtbar, warum es oft dort aufscheint, wo Erwartung, Dankbarkeit und Gegenwart ineinanderfinden.
Das Glück ist blind, heißt es, aber diejenigen, die ihm hinterherlaufen, sind auch blind. So ist Fortuna denn die Blinde unter den Blinden.
— Christian Friedrich Hebbel
Die Glücklichen bedauern die Kürze der Tage, die Traurigen ermüden vom Schleichen der Jahre. Wer aber frei ist von Freude und Leid, für den gilt nicht "kurze" noch "lange" Zeit.
Der Mensch ist heute nur aktiver geworden, aber nicht glücklicher, als er vor sechstausend Jahren gewesen ist
— Edgar Allan Poe
Eine Frau ist nicht immer glücklich mit dem, den sie liebt. Aber sie ist immer unglücklich mit dem, den sie nicht liebt
— Claude Tillier
Dem Glück ist niemand stark genug
Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück; sie werden durch dieselben Gemütsbewegungen betroffen wie wir.
— Charles Robert Darwin
Das Leben ist zu kurz für die Glücklichen und zu lang für die Unglücklichen.
— Apollonius von Rhodos
Glück in der Ehe ist allein eine Sache des Zufalls
— Jane Austen
Es gibt kein Glück im Wohlstand, durch Leiden wird das Glück erkauft
— Fjodor M. Dostojewski
Jeder hat sein eigen Glück unter den Händen, wie der Künstler eine rohe Materie, die er zu einer Gestalt umbilden will. Aber es ist mit dieser Kunst wie mit allen: nur die Fähigkeit dazu wird uns …
— Johann Wolfgang von Goethe
Das Glück lässt sich eher erschleichen denn erlaufen.
Der glücklichste Mensch ist derjenige, der von der Natur die Verehrung lernt.
— Ralph Waldo Emerson
Wer's Glück hat, dem fliegen die Enten gebraten ins Maul.
Ohne Rechtschaffenheit ist es nicht leicht, in äußerem Glück die Bescheidenheit zu wahren.
— Aristoteles
Wer Glück liebt, muss auch sein Unglück willkommen heißen. Das ganze Leben ist nicht der Sorge wert.
— Ludwig Tieck
Ein Mensch mit sanftem Charakter macht sich selbst und andere glücklich.
Fortuna lächelt, doch sie mag nur ungern voll beglücken: Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.
— Wilhelm Busch
Hast du Glück in der Faust, so halte sie fest zu, denn es ist sehr schlüpfrig und lässt sich nicht gern wider Willen halten.
— Julius Wilhelm Zincgref
Der Mensch ist nicht eher glücklich, als bis sein unbedingtes Streben sich selbst seine Begrenzung bestimmt.
— Johann Wolfgang von Goethe
Mehr Glück als Verstand.