Sprüche über Glück
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Kaum ein Wort klingt heller und entzieht sich zugleich so beharrlich jeder festen Definition wie das Glück. Für manche liegt es in einem flüchtigen Augenblick, für andere in tiefer Zufriedenheit oder im stillen Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Eben diese Vieldeutigkeit macht seinen Zauber und seine Schwierigkeit aus.
Wer genauer hinsieht, entdeckt darin kein bloßes Geschenk des Zufalls, sondern auch eine Frage der Wahrnehmung und inneren Haltung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen die vielen Gesichter des Glücks und machen sichtbar, warum es oft dort aufscheint, wo Erwartung, Dankbarkeit und Gegenwart ineinanderfinden.
Es gehört schon unwahrscheinliches Glück dazu, eine Drehtür, die man als Dritter betreten hat, als Zweiter zu verlassen
— Walter Scheel
Wer den Mut verliert im Leben, gibt sich damit selber auf. Glück kann es nicht immer geben, Schicksalsschläge nimm in kauf. Laß Dich niemals unterkriegen, denn es trügt sehr oft der Schein, lern …
Mancher fragt, wie es mir geh', ging es mir wohl, es tät' ihm weh!
Wo die Frau wirtschaftet, wächst der Speck am Balken
Wer für die Freiheit streitet, hat zwanzig Hände und noch so viel Herz
Besser frei in der Fremde als Knecht daheim
Freud und Leid sind nahe Nachbarn
Jede Freud hat ein Leid auf dem Rücken
Fried und Einigkeit haben alle Städt erbaut
Mancher ist fröhlich und sein Herz erfährt's nicht
Immer fröhlich ist selten reich
Gute Einfälle sind Geschenke des Glücks
— Gotthold Ephraim Lessing
Mit Koffern, Schachteln, Reisesäcken dein Glück zu suchen ziehst du aus? Freund, nimm den leichten Wanderstecken, du bringst es wahrlich eh'r nach Haus.
— Franz Emanuel August Geibel
Das größte Glück, das die Liebe zu geben vermag, liegt im ersten Händedruck der geliebten Frau
— Stendhal
Ich verachte den Adel, welchem bloß das Glück der Geburt erteilt und der nicht durch persönliche Verdienste erworben und unterstützt ist.
— Ulrich von Hutten
Das verläßlichste Glück dieses Lebens ist das nichtige Glück der Illusion.
— Giacomo Leopardi
Glück ist bloß ein Hund, der sich auf einem Stein sonnt. Wir sind nicht auf der Welt, um glücklich zu sein. Wir sind hier, um Großes zu erleben.
— Samuel Taylor Coleridge
In diesem Haus soll Frieden wohnen, verbannt seien Zank und Streit, Mit Glück soll euch das Schicksal lohnen, welch treue Freunde ihr uns seid.
Denn Heiterkeit und holde Sitte, wie Sommerluft, durchwehn dein Haus, und, goldbeschuht, mit leisem Tritte gehn Segensengel ein und aus.
— Eduard Mörike
Du hattest kein Glück, und ich hatte keins; wir nahmen einander, nun haben wir eins. Wo haben wir es denn hergenommen? Es ist vom Himmel auf uns gekommen.
— Friedrich Rückert